Pfifferling-Risotto in der Hauptsaison: der Butter-Trick von Frank Rosin macht es besonders cremig

Cremiges Pfifferling-Risotto mit goldenem Parmesan und frischen Pfifferlingen, angerichtet in einem tiefen weißen Teller auf einem Holztisch

Herbstküche · Risotto

★★★★★ 4,8 45 Min. 🕐 15 Min. Vorbereitung 🍳 30 Min. Kochen 📊 Mittel 🔥 520 kcal 🍽 4 Portionen 📅 Juli – Oktober
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Pfifferlinge in der Hochsaison: jetzt ist der perfekte Moment

Das Pfifferling-Risotto ist ein Gericht, das von einem einzigen Handgriff lebt: der Mantecatura mit kalter Butter am Ende. Inspiriert vom Prinzip der Sterneküche, das Frank Rosin in seiner Kochphilosophie konsequent verfolgt, verwandelt dieser Trick ein einfaches Risotto in etwas Samtiges, Emulgiertes, Unwiderstehliches. Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) haben von Juli bis Oktober Hauptsaison in Deutschland und bringen ein nussig-pfeffriges Aroma mit, das mit Arborio- oder Carnaroli-Reis, Weißwein und Parmesan zur vollen Geltung kommt. Dazu kommt der Soffritto aus Schalotten als aromatische Basis. Kurz gesagt: Hier stimmt alles.

🥗 Nährwerte pro Portion

520 kcalKalorien / Portion
14 gEiweiß
18 gFett
72 gKohlenhydrate

🧰 Küchenausstattung

  • Große, schwere Pfanne oder Sauteuse (am besten aus Edelstahl)
  • Kleiner Topf zum Warmhalten der Brühe
  • Schöpfkelle (ca. 80–100 ml Fassungsvermögen)
  • Holzlöffel oder Silikonspatel
  • Schneidebrett und scharfes Messer
  • Feingriebige Reibe für den Parmesan
  • Tiefe Teller zum Servieren (vorgewärmt)

🛒 Die Zutaten

Für Personen Geschätzte Kosten: · /Person
  • 300 g Carnaroli- oder Arborio-Reis
  • 400 g frische Pfifferlinge (Cantharellus cibarius), geputzt
  • 50 g kalte Butter (für die Mantecatura)
  • 30 g Butter (zum Anbraten)
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 Schalotten, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 150 ml trockener Weißwein
  • 1 L heiße Hühner- oder Gemüsebrühe
  • 60 g Parmesan, frisch gerieben
  • ½ Bund frische Petersilie, grob gehackt
  • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Bedarf

👨‍🍳 Zubereitung

Fortschritt: 0 % der Schritte abgeschlossen

⏱ 10 Min. Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen, um den Countdown zu starten.

  1. Brühe warmhalten. Die Hühner- oder Gemüsebrühe in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze warm, aber nicht kochend halten. Eine kalte Brühe würde den Garprozess des Reises unterbrechen und die Konsistenz ruinieren.
  2. Pfifferlinge vorbereiten. Frische Pfifferlinge nie unter fließendem Wasser waschen, sonst saugen sie sich voll. Stattdessen mit einem leicht feuchten Küchentuch oder einer weichen Bürste behutsam abreiben. Holzige Stielenden knapp abschneiden. Große Exemplare halbieren, kleine ganz lassen.
  3. Pfifferlinge anbraten. In einer separaten Pfanne 15 g Butter bei mittlerer bis hoher Hitze schmelzen. Sobald die Butter schäumt, die Pfifferlinge in einer einzigen Schicht einlegen – nicht stapeln. ⏱ 3 Min. kräftig anbraten, ohne zu rühren, damit sie Farbe bekommen. Erst dann schwenken, mit Salz und Pfeffer würzen und beiseitestellen.
  4. Soffritto anschwitzen. In der großen Pfanne Olivenöl und 15 g Butter bei mittlerer Hitze erhitzen. Schalotten und Knoblauch hineingeben und ⏱ 4 Min. glasig anschwitzen (Soffritto: die aromatische Basis des Risottos). Die Schalotten dürfen keine Farbe annehmen.
  5. Reis toasten. Den Carnaroli-Reis trocken in die Pfanne geben und ⏱ 2 Min. unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze toasten. Der Reis soll außen leicht glasig wirken – dieser Schritt schützt die Stärke und sorgt später für den al-dente-Biss.
  6. Mit Weißwein ablöschen. Den Weißwein angießen und unter Rühren vollständig einkochen lassen. ⏱ 2 Min. – der Alkohol verflüchtigt sich, das fruchtige Aroma bleibt.
  7. Brühe löffelweise zugeben. Jetzt beginnt die Geduldsarbeit: Eine Schöpfkelle heiße Brühe (ca. 80–100 ml) angießen und unter häufigem Rühren einkochen lassen. Erst wenn die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist, die nächste Kelle dazugeben. Diesen Vorgang ⏱ 18–20 Min. wiederholen, bis der Reis gar, aber noch mit leichtem Biss (al dente) ist. Die Konsistenz soll fließend sein, nicht fest – Fachleute nennen das „all’onda“ (wie eine Welle).
  8. Pfifferlinge unterheben. Die angebratenen Pfifferlinge in das Risotto geben und sanft unterheben. Noch eine kleine Kelle Brühe hinzufügen, falls die Masse zu fest wirkt.
  9. Der Butter-Trick: Mantecatura. Den Topf vom Herd nehmen. Die 50 g Butter müssen jetzt eiskalt sein – direkt aus dem Kühlschrank. In kleine Würfel (ca. 1 cm) schneiden und in das heiße Risotto geben. Mit einem Holzlöffel oder Spatel kräftig und kreisförmig einrühren, ⏱ 2 Min. lang. Der Temperaturunterschied zwischen heißem Reis und kalter Butter erzeugt eine stabile Emulsion: Das ist die Mantecatura. Parmesan dazugeben und weiterrühren, bis alles seidig glänzt. ⏱ 2 Min. ruhen lassen, dann sofort servieren.

Das Rezept auf einen Blick

Dieses Pfifferling-Risotto verbindet die Aromen der Hauptsaison mit einer Profi-Technik, die zuhause genauso funktioniert wie in der Sterneküche. Der entscheidende Moment ist die Mantecatura: kalte Butter, vom Herd genommen, kräftig eingerührt. Was entsteht, ist eine samtige Emulsion, die kein noch so teures Fertigprodukt imitieren kann. Pfifferlinge liefern dazu ein unverwechselbar nussig-würziges Aroma, das den Reis trägt, ohne ihn zu überdecken.

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Cremiges Pfifferling-Risotto mit Butter-Trick – Pin für Pinterest
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✨ Mein Pfifferling-Risotto, drei Stimmungen, drei Variationen

Das Grundrezept ist ein solider Ausgangspunkt. Wer mehr möchte, kann mit wenigen Zutaten ganz neue Geschmackswelten öffnen:

Kräuter-Topping: Frische Petersilie passt immer, aber Thymian unterstreicht das Waldpilz-Aroma noch stärker. Schnittlauch bringt eine leichte Frische und wirkt elegant beim Anrichten. Einfach kurz vor dem Servieren darüberstreuen, nie mitkochen.

Edle Ergänzungen für besondere Anlässe: Ein paar Tropfen weißes Trüffelöl am Ende, über das fertige Risotto geträufelt, heben das Gericht auf eine andere Ebene. Gehobelte Parmesan-Späne und ein paar knusprige Prosciutto-Chips (2–3 Min. in der trockenen Pfanne) geben Textur und Tiefe, die an Restaurantqualität erinnert.

Vegetarische Variante: Einfach die Hühnerbrühe durch eine kräftige Gemüsebrühe ersetzen – am besten selbst gemacht aus Sellerie, Lauch und Karotten. Der Charakter des Risottos bleibt vollständig erhalten.

❄️ Aufbewahrung

Risotto ist ein Gericht, das frisch serviert werden sollte – sofort nach der Zubereitung, in vorgewärmten Tellern. Reste lassen sich dennoch im Kühlschrank bis zu 2 Tage aufbewahren: in einem luftdicht verschlossenen Behälter, abgekühlt bei Raumtemperatur vor dem Einlagern. Beim Aufwärmen in der Pfanne bei niedriger Hitze einen Schuss Brühe oder Wasser hinzufügen und unter ständigem Rühren langsam erwärmen, bis die cremige Konsistenz zurückkommt. Einfrieren wird nicht empfohlen: Die Reisstruktur und die Emulsion der Butter leiden dabei unwiederbringlich.

🍷 Saison & Begleitung

🍷
Weinbegleitung: Ein trockener, mineralischer Weißwein harmoniert hervorragend mit dem erdigen Aroma der Pfifferlinge. Empfehlung: ein Grauburgunder aus der Pfalz oder ein Grüner Veltliner aus Österreich. Wer es etwas kräftiger mag, wählt einen leichten, kühlen Chardonnay ohne ausgeprägte Holznoten. Alkoholfrei passt eine Holunderblütenlimonade mit Zitronenschale sehr gut dazu.

Ideale Saison:

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

💡 Tipps und Hinweise für ein gelungenes Pfifferling-Risotto

Was genau ist der Butter-Trick beim Risotto und warum macht er es cremiger?
Der sogenannte Butter-Trick ist die Mantecatura: Dabei wird am Ende der Garzeit – nach dem Abnehmen vom Herd – eiskalte Butter in kleinen Würfeln kräftig in das heiße Risotto eingerührt. Der Temperaturunterschied zwischen dem heißen Reis (ca. 80–85 °C) und der kalten Butter erzeugt eine stabile Fett-Wasser-Emulsion. Das Ergebnis ist eine samtig-glänzende Konsistenz, die ohne diesen Schritt nicht erreichbar ist. Pro 300 g Reis rechnet man mit etwa 50 g kalter Butter.
Was ist Mantecatura beim Risotto?
Mantecatura (von italienisch „mantecato“ = cremig geschlagen) bezeichnet den abschließenden Schritt beim Risotto, bei dem Butter und Käse vom Herd in den Reis eingearbeitet werden. Diese Technik stammt aus der norditalienischen Küche und ist das Markenzeichen eines professionell zubereiteten Risottos. Ohne Mantecatura ist ein Risotto lediglich Reisbrei, mit ihr wird es zur emulgierten, fließenden Textur, die Spitzenköche anstreben.
Wann hat der Pfifferling in Deutschland Hauptsaison?
Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) haben in Deutschland ihre Hauptsaison von Juli bis Oktober, mit dem Höhepunkt in August und September. In dieser Zeit sind sie auf Wochenmärkten frisch und regional erhältlich. Auf frische Qualität achten: Die Hüte sollen leuchtend goldgelb bis orangefarben sein, die Oberfläche trocken und fest, der Duft leicht fruchtig-erdig. Weiche Stellen, schleimige Textur oder ein muffiger Geruch sind Ausschlusskriterien.
Welchen Reis verwendet man für ein echtes Risotto?
Für ein klassisches Risotto verwendet man stärkehaltige Rundkornsorten aus Norditalien: Carnaroli ist die erste Wahl der Profiküche, weil er viel Stärke abgibt und gleichzeitig seinen Biss behält. Arborio ist etwas günstiger und in jedem Supermarkt erhältlich – ebenfalls sehr gut geeignet. Vialone Nano funktioniert ebenfalls, ist aber seltener. Langer Reis, Basmatireis oder Parboiled-Reis sind nicht geeignet: Sie geben keine Stärke ab und erzeugen keine cremige Bindung.
Woran erkennt man, wann das Risotto fertig ist?
Ein fertiges Risotto zeigt die sogenannte „all’onda“-Konsistenz (italienisch für „wie eine Welle“): Wenn man den Topf leicht kippt, fließt das Risotto langsam und gleichmäßig wie eine Welle. Es ist weder fest wie trockener Reis noch suppig wie ein Eintopf. Der Reis selbst soll außen weich, innen noch mit minimalem Biss (al dente) sein. Ein Körner-Test mit einem Löffel hilft: Der Reis soll leicht Widerstand bieten, aber nicht mehr hart sein.
Welche häufigen Fehler sollte man beim Risotto unbedingt vermeiden?
Die drei häufigsten Fehler: Erstens, zu viel Brühe auf einmal zugeben – das kocht den Reis aus, anstatt ihn zu binden. Immer nur kellenweise arbeiten. Zweitens, einen Deckel drauflegen: Risotto braucht ständige Verdunstung und Rühren, kein geschlossenes System. Drittens, die falsche Reissorte: Langkornreis gibt keine Stärke ab, das Ergebnis wird körnig und trocken. Und nie vergessen: Die Brühe muss beim Zugeben heiß sein, sonst unterbricht sie den Garprozess.

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