Herbstküche · Risotto
Pfifferlinge in der Hochsaison: jetzt ist der perfekte Moment
Das Pfifferling-Risotto ist ein Gericht, das von einem einzigen Handgriff lebt: der Mantecatura mit kalter Butter am Ende. Inspiriert vom Prinzip der Sterneküche, das Frank Rosin in seiner Kochphilosophie konsequent verfolgt, verwandelt dieser Trick ein einfaches Risotto in etwas Samtiges, Emulgiertes, Unwiderstehliches. Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) haben von Juli bis Oktober Hauptsaison in Deutschland und bringen ein nussig-pfeffriges Aroma mit, das mit Arborio- oder Carnaroli-Reis, Weißwein und Parmesan zur vollen Geltung kommt. Dazu kommt der Soffritto aus Schalotten als aromatische Basis. Kurz gesagt: Hier stimmt alles.
🥗 Nährwerte pro Portion
🧰 Küchenausstattung
- Große, schwere Pfanne oder Sauteuse (am besten aus Edelstahl)
- Kleiner Topf zum Warmhalten der Brühe
- Schöpfkelle (ca. 80–100 ml Fassungsvermögen)
- Holzlöffel oder Silikonspatel
- Schneidebrett und scharfes Messer
- Feingriebige Reibe für den Parmesan
- Tiefe Teller zum Servieren (vorgewärmt)
🛒 Die Zutaten
- 300 g Carnaroli- oder Arborio-Reis
- 400 g frische Pfifferlinge (Cantharellus cibarius), geputzt
- 50 g kalte Butter (für die Mantecatura)
- 30 g Butter (zum Anbraten)
- 2 EL Olivenöl
- 3 Schalotten, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 150 ml trockener Weißwein
- 1 L heiße Hühner- oder Gemüsebrühe
- 60 g Parmesan, frisch gerieben
- ½ Bund frische Petersilie, grob gehackt
- Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Bedarf
👨🍳 Zubereitung
Fortschritt: 0 % der Schritte abgeschlossen
⏱ 10 Min. Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen, um den Countdown zu starten.
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Brühe warmhalten. Die Hühner- oder Gemüsebrühe in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze warm, aber nicht kochend halten. Eine kalte Brühe würde den Garprozess des Reises unterbrechen und die Konsistenz ruinieren.
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Pfifferlinge vorbereiten. Frische Pfifferlinge nie unter fließendem Wasser waschen, sonst saugen sie sich voll. Stattdessen mit einem leicht feuchten Küchentuch oder einer weichen Bürste behutsam abreiben. Holzige Stielenden knapp abschneiden. Große Exemplare halbieren, kleine ganz lassen.
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Pfifferlinge anbraten. In einer separaten Pfanne 15 g Butter bei mittlerer bis hoher Hitze schmelzen. Sobald die Butter schäumt, die Pfifferlinge in einer einzigen Schicht einlegen – nicht stapeln. ⏱ 3 Min. kräftig anbraten, ohne zu rühren, damit sie Farbe bekommen. Erst dann schwenken, mit Salz und Pfeffer würzen und beiseitestellen.
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Soffritto anschwitzen. In der großen Pfanne Olivenöl und 15 g Butter bei mittlerer Hitze erhitzen. Schalotten und Knoblauch hineingeben und ⏱ 4 Min. glasig anschwitzen (Soffritto: die aromatische Basis des Risottos). Die Schalotten dürfen keine Farbe annehmen.
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Reis toasten. Den Carnaroli-Reis trocken in die Pfanne geben und ⏱ 2 Min. unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze toasten. Der Reis soll außen leicht glasig wirken – dieser Schritt schützt die Stärke und sorgt später für den al-dente-Biss.
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Mit Weißwein ablöschen. Den Weißwein angießen und unter Rühren vollständig einkochen lassen. ⏱ 2 Min. – der Alkohol verflüchtigt sich, das fruchtige Aroma bleibt.
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Brühe löffelweise zugeben. Jetzt beginnt die Geduldsarbeit: Eine Schöpfkelle heiße Brühe (ca. 80–100 ml) angießen und unter häufigem Rühren einkochen lassen. Erst wenn die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist, die nächste Kelle dazugeben. Diesen Vorgang ⏱ 18–20 Min. wiederholen, bis der Reis gar, aber noch mit leichtem Biss (al dente) ist. Die Konsistenz soll fließend sein, nicht fest – Fachleute nennen das „all’onda“ (wie eine Welle).
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Pfifferlinge unterheben. Die angebratenen Pfifferlinge in das Risotto geben und sanft unterheben. Noch eine kleine Kelle Brühe hinzufügen, falls die Masse zu fest wirkt.
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Der Butter-Trick: Mantecatura. Den Topf vom Herd nehmen. Die 50 g Butter müssen jetzt eiskalt sein – direkt aus dem Kühlschrank. In kleine Würfel (ca. 1 cm) schneiden und in das heiße Risotto geben. Mit einem Holzlöffel oder Spatel kräftig und kreisförmig einrühren, ⏱ 2 Min. lang. Der Temperaturunterschied zwischen heißem Reis und kalter Butter erzeugt eine stabile Emulsion: Das ist die Mantecatura. Parmesan dazugeben und weiterrühren, bis alles seidig glänzt. ⏱ 2 Min. ruhen lassen, dann sofort servieren.
Das Rezept auf einen Blick
Dieses Pfifferling-Risotto verbindet die Aromen der Hauptsaison mit einer Profi-Technik, die zuhause genauso funktioniert wie in der Sterneküche. Der entscheidende Moment ist die Mantecatura: kalte Butter, vom Herd genommen, kräftig eingerührt. Was entsteht, ist eine samtige Emulsion, die kein noch so teures Fertigprodukt imitieren kann. Pfifferlinge liefern dazu ein unverwechselbar nussig-würziges Aroma, das den Reis trägt, ohne ihn zu überdecken.
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✨ Mein Pfifferling-Risotto, drei Stimmungen, drei Variationen
Das Grundrezept ist ein solider Ausgangspunkt. Wer mehr möchte, kann mit wenigen Zutaten ganz neue Geschmackswelten öffnen:
Kräuter-Topping: Frische Petersilie passt immer, aber Thymian unterstreicht das Waldpilz-Aroma noch stärker. Schnittlauch bringt eine leichte Frische und wirkt elegant beim Anrichten. Einfach kurz vor dem Servieren darüberstreuen, nie mitkochen.
Edle Ergänzungen für besondere Anlässe: Ein paar Tropfen weißes Trüffelöl am Ende, über das fertige Risotto geträufelt, heben das Gericht auf eine andere Ebene. Gehobelte Parmesan-Späne und ein paar knusprige Prosciutto-Chips (2–3 Min. in der trockenen Pfanne) geben Textur und Tiefe, die an Restaurantqualität erinnert.
Vegetarische Variante: Einfach die Hühnerbrühe durch eine kräftige Gemüsebrühe ersetzen – am besten selbst gemacht aus Sellerie, Lauch und Karotten. Der Charakter des Risottos bleibt vollständig erhalten.
❄️ Aufbewahrung
Risotto ist ein Gericht, das frisch serviert werden sollte – sofort nach der Zubereitung, in vorgewärmten Tellern. Reste lassen sich dennoch im Kühlschrank bis zu 2 Tage aufbewahren: in einem luftdicht verschlossenen Behälter, abgekühlt bei Raumtemperatur vor dem Einlagern. Beim Aufwärmen in der Pfanne bei niedriger Hitze einen Schuss Brühe oder Wasser hinzufügen und unter ständigem Rühren langsam erwärmen, bis die cremige Konsistenz zurückkommt. Einfrieren wird nicht empfohlen: Die Reisstruktur und die Emulsion der Butter leiden dabei unwiederbringlich.
🍷 Saison & Begleitung
Ideale Saison:



