Pfirsich-Clafoutis aus dem Ofen, warum der französische Klassiker auch bei Sommerhitze locker bleibt

Pfirsich-Clafoutis frisch aus dem Ofen in einer Auflaufform, goldbraun und cremig, bestäubt mit Puderzucker

Französische Küche · Sommerdessert

★★★★★ 4,7 55 Min. 🥄 Vorbereitung: 20 Min. 🔥 Backen: 35 Min. 📊 Mittel 🔥 310 kcal 🍽 4 Portionen 📅 Juli – September
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Warum der Pfirsich-Clafoutis auch bei Sommerhitze locker bleibt

Ein Pfirsich-Clafoutis aus dem Ofen ist kein Kuchen, kein Flan und kein Pfannkuchen – er ist genau das Richtige, wenn es draußen 30 Grad hat und man trotzdem etwas Warmes, Cremiges backen möchte. Was ihn so besonders macht: Sein Geheimnis liegt im Milch-Ei-Verhältnis. Genau dieses Verhältnis sorgt dafür, dass der Clafoutis (französisch für einen Teig, der über die Früchte gegossen wird, vom Verb clafir – „füllen“) auch im Sommer seine zarte, locker-cremige Textur behält. Zusammen mit reifen Pfirsichen, Vanillemark und etwas Sahne entsteht ein Sommerdessert, das aus dem Limousin stammt und in deutschen Küchen längst angekommen ist.

🥗 Nährwerte (pro Portion)

310 kcalKalorien
9 gEiweiß
14 gFett
37 gKohlenhydrate

🧰 Küchenausstattung

  • Auflaufform (ca. 28 cm Durchmesser oder 20×28 cm rechteckig)
  • Rührschüssel (groß)
  • Schneebesen
  • Messbecher und Küchenwaage
  • Kleines Messer zum Entkernen der Pfirsiche
  • Backpinsel (für die Butter in der Form)
  • Zahnstocher oder Stricknadel (Garprobe)

🛒 Zutaten

Für Personen Geschätzte Kosten: · /Person
  • 4 Stück reife Pfirsiche (am besten vom Markt, Juli–August)
  • 3 Stück Eier (Größe M, Zimmertemperatur)
  • 200 ml Vollmilch (für Cremigkeit unverzichtbar)
  • 100 ml Sahne (mindestens 30 % Fett)
  • 70 g Weizenmehl (Type 405)
  • 80 g Zucker
  • 1 Stück Vanilleschote (Mark ausgekratzt)
  • 20 g Butter (weich, für die Form und den Teig)
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Puderzucker (zum Bestäuben vor dem Servieren)

👨‍🍳 Zubereitung

Fortschritt: 0 % der Schritte erledigt

⏱ 10 Min. Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen und der Countdown startet.

  1. Backofen vorheizen. Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze (oder 160 °C Umluft) vorheizen. Die Auflaufform mit der weichen Butter einpinseln und leicht mit etwas Zucker ausstreuen – das gibt eine leicht knusprige Randkruste.
  2. Teig anrühren – die Reihenfolge zählt. Zuerst Eier und Zucker in der Schüssel mit dem Schneebesen kräftig aufschlagen, bis die Masse leicht schaumig ist. Dann das Vanillemark und die Prise Salz einrühren. Das Mehl auf einmal dazugeben und glatt einrühren – keine Klümpchen. Erst jetzt Vollmilch und Sahne nach und nach einrühren, bis ein gleichmäßiger, flüssiger Teig entsteht. Zum Schluss die 20 g Butter (geschmolzen und leicht abgekühlt) untermischen. Den Teig ⏱ 15 Min. ruhen lassen – so quellen die Mehlstärken und der Clafoutis bäckt lockerer auf.
  3. Pfirsiche vorbereiten. Die Pfirsiche waschen, halbieren und entkernen. Je nach Reife die Schale abziehen oder belassen – bei sehr reifen, aromatischen Pfirsichen aus dem Sommer bleibt sie ruhig dran. Die Hälften in Spalten schneiden (4–6 pro Hälfte) und gleichmäßig in der gebutterten Form auslegen, mit der Schnittfläche nach oben.
  4. Teig über die Früchte gießen. Den ruhenden Teig noch einmal kurz verrühren und gleichmäßig über die Pfirsiche gießen. Die Früchte sollen etwa zur Hälfte im Teig versinken – das ist genau richtig. Nicht erschrecken: Der Teig ist sehr flüssig. Das ist bei Clafoutis so gewollt.
  5. Backen bis goldbraun. Die Form in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene schieben. ⏱ 35 Min. backen, bis der Clafoutis goldbraun ist und die Oberfläche leicht gewölbt aussieht. Zur Garprobe einen Zahnstocher in die Mitte stecken: Er soll sauber herausgehen, aber der Teig darf noch leicht wackeln – das ist das Zeichen für eine cremige, nicht trockene Textur.
  6. Ruhen lassen und servieren. Den Clafoutis aus dem Ofen nehmen und ⏱ 10 Min. ruhen lassen – er fällt dabei leicht zusammen, was vollkommen normal ist. Mit Puderzucker bestäuben und lauwarm direkt aus der Auflaufform servieren. Ein Klecks Crème fraîche passt wunderbar dazu.

Kurz zusammengefasst

Teig in der richtigen Reihenfolge anrühren, reifen Pfirsichen in die gebutterte Form geben, bei 175 °C goldbraun backen und lauwarm mit Puderzucker servieren. Der Clafoutis braucht kein Backpulver, keine Rührmaschine und kein Talent für Patisserie – nur gute Früchte und etwas Geduld beim Ruhen des Teigs.

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Pfirsich-Clafoutis aus dem Ofen, goldbraun und cremig, bestäubt mit Puderzucker
Pfirsich-Clafoutis – der französische Sommerauflauf von atelier-rosi.de
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✨ Mein Clafoutis, vier Früchte, vier Stimmungen

Das Grundrezept bleibt immer gleich – was sich ändert, sind die Früchte. Aprikosen (etwas fester als Pfirsiche) geben einen leicht säuerlichen Kontrast, der gut mit dem süßen Vanilleteig harmoniert. Einfach entkernen und halbieren, keine weitere Vorbereitung nötig. Nektarinen lassen sich 1:1 wie Pfirsiche verwenden, ihre Schale bleibt angenehm zart und sorgt für einen schönen Farbkontrast nach dem Backen. Wer es dunkler und etwas herber mag, greift zu Brombeeren oder Pflaumen: Beide Früchte liefern etwas mehr Saft, daher empfiehlt es sich, die Backzeit um 3–5 Minuten zu verlängern und die Garprobe sorgfältig zu machen. Für eine glutenfreie Variante lässt sich das Weizenmehl 1:1 durch Reismehl oder ein Gemisch aus Mandelmehl und Speisestärke (50:50) ersetzen. Mandelmehl gibt dem Clafoutis eine etwas dichtere, fast marzipanähnliche Note – wer das mag, ergänzt noch ein paar Tropfen Bittermandelextrakt.

❄️ Aufbewahrung

Clafoutis schmeckt frisch aus dem Ofen am besten. Reste können abgedeckt im Kühlschrank bis zu 2 Tage aufbewahrt werden. Zum Aufwärmen die gewünschte Menge bei 150 °C für etwa 8 Minuten in den Ofen geben oder kurz in der Mikrowelle erwärmen. Kalt gegessen hat er fast die Konsistenz eines Flans – ebenfalls angenehm, aber eine andere Erfahrung. Einfrieren ist möglich, beeinträchtigt jedoch die Textur spürbar.

🍷 Saison und Begleitung

🍷
Ein leicht gekühlter Muscat de Beaumes-de-Venise oder ein deutscher Spätlese-Riesling (trocken bis halbtrocken) aus der Pfalz ergänzt die Pfirsichnoten wunderbar. Wer keinen Wein möchte: ein Glas gut gekühlter Pfirsich-Eistee oder ein leichter Holunderblütensirup mit Mineralwasser passt genauso gut zu diesem Sommerdessert.

Ideale Saison:

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

💡 Tipps und Hinweise für den perfekten Pfirsich-Clafoutis

Warum bleibt der Clafoutis locker und wird nicht gummiartig?
Das Geheimnis liegt im Milch-Ei-Verhältnis. Die Eiweiße im Ei koagulieren beim Backen (Eiweißkoagulation), aber die Milch und die Sahne verdünnen diesen Effekt. Das Ergebnis ist eine weiche, puddingartige Struktur, kein festes Omelett. Entscheidend ist außerdem, den Clafoutis nicht zu lange zu backen: Ein leichtes Wackeln in der Mitte beim Herausnehmen ist gewollt. Zu lange Backzeit trocknet die Proteine aus und macht den Teig gummiartig.
Braucht ein Clafoutis Backpulver?
Nein, ein authentischer Clafoutis braucht kein Backpulver. Die Lockerheit kommt durch das kräftige Aufschlagen von Eiern und Zucker zu Beginn, die Ruhezeit des Teigs (damit die Stärken quellen) und die Dampfentwicklung im Ofen. Backpulver würde die typische, dichte Cremestruktur zerstören und dem Clafoutis eine brotartige Textur geben, die nicht erwünscht ist.
Wird Clafoutis warm oder kalt gegessen?
Am besten lauwarm, direkt aus der Auflaufform, bestäubt mit Puderzucker und eventuell mit einem Klecks Crème fraîche. Lauwarm entfalten die Pfirsiche ihr volles Aroma und die Textur ist am angenehmsten: außen leicht fest, innen cremig. Kalt gegessen (aus dem Kühlschrank) ist er ebenfalls genießbar, hat dann aber die festere Konsistenz eines Flans.
Welche Früchte eignen sich am besten für Clafoutis?
Klassisch werden Kirschen verwendet (Clafoutis aux cerises aus dem Limousin). Im Sommer eignen sich reife Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen besonders gut. Auch Brombeeren, Pflaumen oder Feigen funktionieren hervorragend. Wichtig: Die Früchte sollten reif und aromatisch sein, da der Teig selbst sehr neutral ist und das Fruchtaroma trägt. Wässrige Früchte wie Wassermelone oder Erdbeeren sind weniger geeignet, da sie zu viel Flüssigkeit abgeben.
Was tun, wenn der Teig zu flüssig erscheint?
Das ist er von Natur aus. Ein Clafoutis-Teig ist deutlich flüssiger als ein normaler Kuchenteig – das ist kein Fehler, sondern Absicht. Er soll die Früchte umschließen und beim Backen zu einer cremigen Masse stocken. Wer einen festeren Clafoutis bevorzugt, kann 1 Esslöffel Mehl mehr verwenden, verliert dabei aber etwas Cremigkeit. Den Teig auf keinen Fall mit mehr Mehl bis zur gewohnten Kuchenteig-Konsistenz andicken.
Was bedeutet „Clafoutis“ eigentlich auf Französisch?
Der Name leitet sich vom okzitanischen Verb clafir ab, was so viel bedeutet wie „füllen“ oder „bedecken“. Gemeint ist das Übergießen der Früchte mit dem Teig. Der Clafoutis stammt aus dem Limousin, einer Region im Zentrum Frankreichs, und ist dort seit dem 19. Jahrhundert als Bauerngebäck bekannt. Ursprünglich wurde er ausschließlich mit nicht entsteinten Kirschen zubereitet – die Kerne sollen dem Gebäck ein mandelartiges Aroma verleihen.

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