Sommer-Risotto mit grünem Spargel-Rest, Alexander Herrmanns Brühe-Trick aus der letzten Saisonwoche

Sommer-Risotto mit grünem Spargel-Rest, Alexander Herrmanns Brühe-Trick aus der letzten Saisonwoche

Sommerküche · Resteverwertung

★★★★★ 4,7 35 min 🍳 Vorbereitung: 10 min 🔥 Kochen: 25 min 📊 Einfach 🔥 480 kcal 🍽 2 Portionen 📅 Mai – Juni
↓ Zum Rezept
🔆 Kochmodus aktivieren, damit der Bildschirm beim Kochen nicht ausgeht – praktisch, wenn die Hände schmutzig sind.

Spargelreste, die sich lohnen: cremiges Risotto zum Saisonfinale

Dieses Sommer-Risotto mit grünem Spargel-Rest entsteht aus dem, was nach der letzten Saisonwoche übrig bleibt: ein paar Stangen, vielleicht ein paar Enden und Schalen. Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen Risotto liegt in der selbst gekochten Spargelbrühe. Alexander Herrmann setzt in seinen veröffentlichten Rezepten (u.a. bei BR Bayern 1) konsequent auf warme Brühe, die portionsweise eingearbeitet wird. Dazu kommt ein kleiner Finesse-Trick: die letzte Kelle Brühe kalt einzugießen, um die Cremigkeit im Abschluss zu intensivieren. Der Trick klingt simpel, macht aber den entscheidenden Unterschied. Wer zum Johannistag am 24. Juni noch grünen Spargel im Kühlschrank hat, sollte dieses Rezept nicht verpassen.

🥗 Nährwerte (pro Portion)

480 kcalKalorien / Portion
16 gEiweiß
14 gFett
68 gKohlenhydrate

🧰 Küchenausstattung

  • Großer Topf (für die Spargelbrühe)
  • Weiter Schmortopf oder tiefe Pfanne (für das Risotto)
  • Schöpfkelle
  • Feinmaschiges Sieb
  • Holzlöffel oder Kochlöffel
  • Reibe für den Parmesan

🛒 Zutaten

Für Personen Geschätzte Kosten: · /Person
  • 300 g grüner Spargel (Reste, Enden, ggf. Köpfe)
  • 150 g Risottoreis (Arborio oder Carnaroli)
  • 700 ml Spargelbrühe (selbst gekocht, s. Zubereitung)
  • 2 Schalotten, fein gewürfelt
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 50 g Parmesan, frisch gerieben
  • 20 g kalte Butter (für die Mantecatura)
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack

👨‍🍳 Zubereitung

Fortschritt: 0 % der Schritte erledigt

⏱ 10 min Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen und loslegen.

  1. Spargelbrühe kochen. Spargelenden und -schalen in einen großen Topf geben, mit 1 Liter kaltem Wasser bedecken, leicht salzen und aufkochen. Hitze reduzieren und ohne Deckel köcheln lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen und warm halten. ⏱ 20 min
  2. Spargel vorblanchieren. Die grünen Spargelstücke (ohne Köpfe) in leicht gesalzenem kochendem Wasser kurz blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken. Die Spargelköpfe beiseitelegen – sie kommen erst am Ende roh ins Risotto. ⏱ 3 min
  3. Schalotten andünsten und Reis nacrieren. Olivenöl in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Schalottenwürfel glasig dünsten. Risottoreis zugeben und unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Körner außen leicht durchsichtig wirken und innen noch weiß sind (das Nacrieren, also das „Perlmuttisieren“). So schließt sich die Stärke außen und der Reis bleibt später al dente. ⏱ 3 min
  4. Mit Weißwein ablöschen. Weißwein angießen und unter Rühren vollständig einkochen lassen, bis kein Alkohol mehr zu riechen ist. ⏱ 2 min
  5. Spargelbrühe schrittweise einarbeiten. Jetzt kommt Herrmanns Brühe-Trick: stets nur eine Kelle warme Spargelbrühe zum Reis geben, rühren bis sie fast vollständig absorbiert ist, dann erst die nächste Kelle nachgießen. Die Brühe muss warm sein, sonst unterbricht die Temperatur den Stärkeaufschluss und das Risotto wird körnig statt cremig. Diesen Vorgang wiederholen, bis fast die gesamte Brühe aufgebraucht ist – eine kleine Menge (ca. 50 ml) kalte Brühe zurückbehalten. ⏱ 18 min
  6. Kalte Brühe als Finish einrühren. Wenn der Reis die gewünschte al-dente-Konsistenz erreicht hat, die zurückbehaltene kalte Brühe auf einmal einrühren. Dieser Temperaturkontrast bricht die äußere Stärkeschicht auf und gibt dem Risotto einen besonders seidigen Abschluss – der Kern von Herrmanns Technik.
  7. Spargel einrühren und Mantecatura. Die vorblanchieren Spargelstücke unterrühren und kurz miterhitzen. Die rohen Spargelköpfe jetzt einrühren – sie garen in der Restwärme durch und bleiben bissfest. Herd ausschalten. Kalte Butter und geriebenen Parmesan unterrühren (Mantecatura: die Butter-Käse-Emulsionierung, die das Risotto glänzend und cremig macht). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. ⏱ 2 min

Kurz zusammengefasst

Spargelenden auskochen, die Brühe warm halten und schrittweise einrühren – so entsteht ein cremiges Sommer-Risotto mit echter Tiefe. Ein letzter Schuss kalte Brühe und die Mantecatura mit Butter und Parmesan machen den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich guten Risotto.

📌 Rezept merken

Sommer-Risotto mit grünem Spargel, cremig und mit Parmesan – Pinterest-Pin von atelier-rosi.de
Spargelrisotto aus Resten – der Brühe-Trick zum Saisonende. Rezept auf atelier-rosi.de.
⬇️

✨ Mein Spargel-Risotto, drei Spargelmomente, drei Ideen

Das Grundrezept lässt sich mit wenigen Handgriffen anpassen. Safranvariante: Eine Messerspitze Safran in einem Esslöffel warmer Brühe auflösen und in Schritt 5 einrühren. Das gibt eine goldene Farbe und ein florales Aroma, das gut zu Parmesan passt. Weiß und grün gemischt: Wer noch weißen Spargel übrig hat, kann ihn blanchiert unter den grünen mischen. Die Brühe dann aus beiden Schalen kochen – der Geschmack wird intensiver. Vegane Version: Butter durch Olivenöl ersetzen, Parmesan durch Hefeflocken. Die Konsistenz verändert sich etwas, bleibt aber angenehm cremig, wenn man kräftig rührt.

❄️ Aufbewahrung

Risotto schmeckt frisch am besten. Reste in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Tagen aufbrauchen. Zum Aufwärmen einen Schuss warme Brühe oder Wasser in die Pfanne geben und bei niedriger Hitze langsam rühren, bis das Risotto wieder cremig wird. Einfrieren ist möglich, aber die Textur leidet dabei deutlich.

🍷 Saison und Begleitung

🍷
Ein trockener Weißburgunder oder Grauburgunder aus Baden passt hervorragend: die Säure harmoniert mit dem Spargel, ohne den Parmesan zu überdecken. Alternativ ein leichter Grüner Veltliner aus Österreich. Wer keinen Wein möchte, greift zu einem stillen Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone.

Ideale Saison:

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

💡 Tipps und Hinweise für das perfekte Spargel-Risotto

Warum muss die Brühe beim Risotto unbedingt warm sein?
Kalte Brühe senkt die Temperatur im Topf schlagartig. Das unterbricht den Stärkeaufschluss der Reiskörner: die Stärke zieht sich zusammen, statt sich gleichmäßig zu lösen. Das Ergebnis ist ein körniges, ungleichmäßiges Risotto statt einer seidigen Creme. Nur beim letzten Schluck kalte Brühe ist der Temperaturkontrast gewollt – er bricht die äußere Schicht auf und macht die Konsistenz besonders samtig.
Kann ich weißen und grünen Spargel im Risotto kombinieren?
Ja, und es lohnt sich. Weißer Spargel hat ein milderes, leicht erdiges Aroma, grüner Spargel bringt mehr Biss und eine frische Note. Am besten beide Sorten blanchieren und die Schalen gemeinsam für die Brühe auskochen. Der Geschmack wird dadurch komplexer und voller.
Wann endet die Spargelsaison in Deutschland?
Die deutsche Spargelsaison endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Danach brauchen die Pflanzen Zeit zur Erholung, damit sie im nächsten Jahr wieder ertragreich treiben. Dieses Datum ist ein fester Rhythmus in der deutschen Küche – und der ideale Moment, Spargelreste noch sinnvoll zu verwerten.
Wie bewahre ich übrig gebliebenes Risotto auf und wärme es richtig auf?
Reste kühl und abgedeckt im Kühlschrank lagern, maximal 2 Tage. Zum Aufwärmen Risotto in eine Pfanne geben, einen Schuss warme Brühe oder Wasser zugießen und bei niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen. Nicht in der Mikrowelle aufwärmen – das macht das Risotto gummiartig. Ein kleiner Klacks Butter am Ende bringt die Cremigkeit zurück.
Welcher Wein passt am besten zu einem Spargel-Risotto?
Trockene, säurebetonte Weißweine harmonieren am besten mit Spargel. Empfehlenswert: Weißburgunder oder Grauburgunder aus Baden, ein Silvaner aus Franken oder ein österreichischer Grüner Veltliner. Schwere, buttige Chardonnays können den feinen Spargelgeschmack überdecken – besser weglassen.
Was bedeutet Nacrieren beim Risotto und warum ist es wichtig?
Nacrieren (vom französischen „nacré“, perlmuttfarben) bezeichnet das trockene Anrösten des Reises im Fett, bevor die Flüssigkeit zugegeben wird. Dabei schließt sich die äußere Stärkeschicht des Korns leicht, sodass der Reis später al dente bleibt und nicht zu Brei wird. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert ein weiches, klebriges Risotto ohne Biss.

Deine Bewertung

4,7/5121 Bewertungen · Wie hat dir das Rezept gefallen?
↓ ↓ Zum Rezept