Der Rhabarberkuchen vom Blech erobert im Mai die deutschen Küchen. Wenn die ersten zarten Rhabarberstangen auf den Wochenmärkten erscheinen, läutet dies traditionell die Backzeit für diesen saftigen Frühlingskuchen ein. Besonders zum Maifeiertag erfreut sich diese unkomplizierte Blechkuchen-Variante großer Beliebtheit, denn sie vereint säuerlich-frische Rhabarberstreifen mit einem lockeren Rührteig zu einem harmonischen Ganzen. Die Zubereitung gestaltet sich erstaunlich einfach, selbst für weniger geübte Bäcker. Der charakteristische Geschmack des Rhabarbers, der botanisch eigentlich zu den Gemüsen zählt, wird durch die süße Teiggrundlage perfekt ausbalanciert. Diese Blechkuchen-Variante bietet den Vorteil, dass sie für mehrere Personen gleichzeitig gebacken werden kann und sich hervorragend transportieren lässt. Ob zum Kaffeeklatsch mit der Familie oder als süßer Abschluss eines Maiausflugs: dieser Kuchen überzeugt durch seine saftige Konsistenz und seinen unverwechselbaren Geschmack. Die Kombination aus knusprigen Streuseln und der säuerlichen Frucht macht jeden Bissen zu einem Erlebnis. Mit dieser bewährten Rezeptur gelingt der perfekte Rhabarberkuchen garantiert, selbst beim ersten Versuch.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung des Rhabarbers
Den Rhabarber gründlich unter fließendem Wasser abwaschen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. Die Enden großzügig abschneiden, da sie oft holzig sind. Die Stangen in etwa 2 bis 3 Zentimeter lange Stücke schneiden. Beim Schneiden darauf achten, dass die Stücke gleichmäßig groß sind, damit sie gleichmäßig garen. Jüngere Rhabarberstangen müssen nicht geschält werden, bei älteren Exemplaren empfiehlt es sich jedoch, die faserige äußere Haut mit einem Sparschäler zu entfernen. Die vorbereiteten Rhabarberstücke in eine Schüssel geben und beiseite stellen.
2. Teigzubereitung
Den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und zur Seite stellen. Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker und Vanillezucker in eine Rührschüssel geben. Mit dem Handrührgerät etwa 3 bis 4 Minuten schaumig schlagen, bis die Masse hell und luftig wird. Dieses Aufschlagen nennt man Cremigkeit herstellen und sorgt für einen lockeren Teig. Die Eier einzeln nacheinander hinzufügen und jeweils gut unterrühren. In einer separaten Schüssel das Mehl mit dem Backpulver und einer Prise Salz vermischen. Diese Mehlmischung abwechselnd mit der Milch unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Dabei immer mit etwas Mehl beginnen und enden, um ein Gerinnen zu vermeiden. Den Teig nur so lange rühren, bis alle Zutaten gut verbunden sind.
3. Streusel herstellen
Für die Streusel das Mehl, den Zucker, den Zimt und die kalte Butter in kleine Würfel geschnitten in eine Schüssel geben. Mit den Fingerspitzen die Zutaten zu groben Streuseln verarbeiten. Die Butter sollte kalt sein, damit sich schöne krümelige Streusel bilden. Die Mischung zwischen den Handflächen verreiben, bis sich unregelmäßige Klümpchen bilden. Diese Streusel beiseite stellen und kühl lagern, bis sie verwendet werden.
4. Kuchen zusammenstellen
Den vorbereiteten Teig gleichmäßig auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Mit einem Teigschaber oder Löffel die Masse glatt streichen. Die Rhabarberstücke gleichmäßig auf dem Teig verteilen und leicht in den Teig drücken. Dabei darauf achten, dass der Rhabarber nicht zu tief einsinkt, sondern noch sichtbar bleibt. Die vorbereiteten Streusel großzügig über den Rhabarber streuen und dabei die gesamte Oberfläche bedecken.
5. Backen und fertigstellen
Das Blech in den vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene schieben. Den Kuchen etwa 40 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind und der Teig durchgebacken ist. Mit einem Holzstäbchen in die Mitte stechen: wenn kein Teig mehr kleben bleibt, ist der Kuchen fertig. Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und auf dem Blech vollständig auskühlen lassen. Erst nach dem Abkühlen in gleichmäßige Stücke schneiden, damit die Konsistenz sich setzen kann und der Kuchen nicht auseinander fällt.
Tipp vom Chefkoch
Um den Kuchen noch saftiger zu machen, kann man die Rhabarberstücke vor dem Belegen mit 2 Esslöffeln Zucker bestreuen und 10 Minuten ziehen lassen. Der austretende Saft wird dann mit verbacken und sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit. Wer es weniger säuerlich mag, kann den Rhabarber mit 100 g Erdbeeren kombinieren. Die Streusel werden besonders knusprig, wenn man 2 Esslöffel gemahlene Mandeln oder Haferflocken untermengt. Der Kuchen schmeckt am besten, wenn er einen Tag durchgezogen ist, da sich die Aromen dann optimal entfalten.
Die perfekte Begleitung zum Rhabarberkuchen
Zum säuerlich-frischen Rhabarberkuchen passt hervorragend ein milder Kräutertee wie Kamille oder Pfefferminze, der die Säure des Rhabarbers ausgleicht. Alternativ harmoniert ein Holunderblütensirup mit Mineralwasser wunderbar mit den Frühlingsaromen des Kuchens. Für Kaffeeliebhaber empfiehlt sich ein nicht zu starker Filterkaffee oder ein Milchkaffee, dessen Cremigkeit die säuerlichen Noten abmildert. Kinder freuen sich über einen frisch gepressten Apfelsaft oder eine Rhabarber-Schorle, die thematisch perfekt zum Kuchen passt. An warmen Maifeiertagen bietet sich auch ein gekühlter Eistee mit Zitrone an.
Zusätzliche Info
Der Rhabarber gehört botanisch zur Familie der Knöterichgewächse und stammt ursprünglich aus dem Himalaya-Gebiet. In Europa wird er seit dem 18. Jahrhundert kultiviert, wobei er zunächst als Heilpflanze galt. Die Rhabarbersaison erstreckt sich traditionell von April bis Ende Juni, wobei nach dem Johannistag am 24. Juni nicht mehr geerntet werden sollte, da der Oxalsäuregehalt dann deutlich ansteigt. Oxalsäure ist eine natürliche Säure, die in größeren Mengen die Calciumaufnahme hemmen kann. Der Rhabarberkuchen vom Blech ist besonders in Norddeutschland und im Rheinland ein traditionelles Gebäck zum Maifeiertag. Die Blechkuchen-Variante entwickelte sich aus der Notwendigkeit, für größere Familien und Feste rationell zu backen. Interessanterweise dürfen nur die Stangen des Rhabarbers verzehrt werden, die Blätter sind aufgrund ihres hohen Oxalsäuregehalts giftig.



