Picknick zum Vatertag, 5 Rezepte vom Bäckermeister die 4 Stunden ohne Kühlung frisch bleiben

Ende April beginnt in Deutschland die schönste Zeit des Jahres für Ausflüge ins Freie – und der Vatertag steht vor der Tür. Tradition verpflichtet: Mit dem Bollerwagen, einem kühlen Getränk und guter Gesellschaft zieht es Väter und ihre Familien raus auf Wiesen, in Wälder und Parks. Das Problem kennt jeder, der schon einmal ein Picknick organisiert hat: Belegte Brote werden matschig, Sandwiches schwitzen in Frischhaltefolie, und nach zwei Stunden in der Sonne sieht die schönste Platte aus wie gestern. Dabei ist die Lösung längst bekannt – man muss nur wissen, wie ein Bäckermeister denkt.

Backwerk, das auf langen Märschen und stundenlangen Ausflügen frisch bleibt, hat eine eigene innere Logik: die richtige Teigstruktur, die kluge Auswahl der Füllung, die Verpackung ohne Kondenswasser. Die folgenden fünf Rezepte stammen aus der Werkzeugkiste des Handwerks – sie sind erprobt, sie halten sich mindestens vier Stunden ohne Kühlung, und sie schmecken besser, wenn sie etwas stehen. Also: Schürze an, den Bollerwagen im Geiste packen, und los geht es.

Vorbereitung gesamtca. 90 min (aufgeteilt auf 5 Rezepte)
Gehzeit / Ruhezeit60–90 min je nach Teig
Backzeit gesamtca. 75 min (gestaffelt)
Portionen6–8 Personen
SchwierigkeitMittel
Kosten€€
SaisonFrühling: Radieschen, junger Schnittlauch, Frühlingszwiebeln, Rucola, Bärlauch

Geeignet für: Vegetarisch (Varianten möglich) · Ohne Konservierungsstoffe · Transportstabil · Raumtemperaturstabil bis 4 Stunden

Warum bäckermeister-rezepte picknickfest sind

Ein Bäckermeister löst das Frischeproblem nicht mit Kühlung, sondern mit Handwerk. Die Krume eines richtig gebackenen Brotes reguliert Feuchtigkeit – sie gibt Wasserdampf kontrolliert ab und nimmt ihn nicht aus feuchten Belägen auf. Fettreiche Teige wie Brioche oder Mürbeteig versiegeln die Belagfläche von innen. Und Füllungen, die selbst wenig freies Wasser enthalten – gebratenes Gemüse, karamellisierte Zwiebeln, fester Aufschnitt, einreduzierte Pestos – machen Brot nicht weich. Das sind keine Geheimnisse, das ist Physik und Erfahrung.

Für alle fünf Rezepte gilt: frisch backen, vollständig abkühlen lassen, erst dann füllen oder belegen. Wer die Backwaren noch warm einpackt, fängt sich Kondenswasser ein – und dann hilft kein Handwerk mehr.

Rezept 1: Laugenstangen mit frischkäse-bärlauch-füllung

Vorbereitung25 min
Gehzeit60 min
Backzeit14–16 min
Portionen8 Stangen
SaisonBärlauch (April–Mai)

Ingrédients

Für den Laugenteig

  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 1 Würfel (42 g) frische Hefe
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
  • 20 g weiche Butter
  • 1 TL Zucker

Für die Lauge

  • 1 l Wasser
  • 40 g Natron (kein Natriumhydroxid für Heimküche)
  • 1 TL Salz

Für die Füllung

  • 200 g Doppelrahmfrischkäse
  • 1 Bund frischer Bärlauch (ca. 30 g), fein gehackt
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Sonnenblumenkerne, geröstet

Ustensiles

  • Küchenmaschine mit Knethaken oder starke Hände
  • Großer Topf für die Lauge
  • Schaumkelle
  • Backblech mit Backpapier
  • Scharfes Brotmesser
  • Spritzbeutel oder Löffel zum Füllen

Préparation

1. Teig ansetzen und kneten

Die Hefe im lauwarmen Wasser mit dem Zucker auflösen und 5 Minuten stehen lassen, bis sie schäumt – das zeigt an, dass die Hefe aktiv ist. Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben, die Hefemischung und die weiche Butter hinzufügen. Mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe 8–10 Minuten kneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht, der sich sauber vom Schüsselrand löst. Der Teig soll leicht feucht wirken, aber nicht kleben. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

2. Formen und Lauge vorbereiten

Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche in 8 gleiche Stücke teilen. Jedes Stück zunächst rund vorformen, dann mit beiden Handflächen unter leichtem Druck zu einer etwa 20 cm langen Stange rollen – die Enden dabei leicht verjüngen. Die Stangen auf ein bemehltes Brett legen und 15 Minuten entspannen lassen. Währenddessen das Wasser in einem großen Topf zum Sieden bringen, das Natron einrühren – Achtung, es schäumt stark auf – und die Hitze reduzieren. Die Lauge arbeitet bei etwa 80–90 °C, sie soll nicht kochen.

3. Laugen und backen

Jede Stange mit der Schaumkelle vorsichtig in die Natronlauge tauchen, 30 Sekunden auf jeder Seite ziehen lassen, dann auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Die Laugenbehandlung – das Laugen – ist das Herzstück der Brezeltradition: das Natron reagiert mit der Teigoberfläche und sorgt beim Backen für die charakteristische braune, glänzende Kruste und den typisch herben Geschmack. Vor dem Backen jede Stange einmal schräg einschneiden und mit grobem Meersalz bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 220 °C Ober-/Unterhitze (200 °C Umluft) 14–16 Minuten backen, bis die Oberfläche tief mahagonibraun ist. Vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen.

4. Frischkäsefüllung zubereiten und füllen

Während die Stangen abkühlen, den Frischkäse mit dem fein gehackten Bärlauch, dem Zitronensaft, Salz und Pfeffer glattrühren. Die gerösteten Sonnenblumenkerne unterheben – sie geben Biss und verhindern, dass die Creme zu luftig wird, was Feuchtigkeitswanderung in die Krume begünstigen würde. Erst wenn die Stangen vollständig kalt sind – mindestens 30 Minuten nach dem Backen – der Länge nach aufschneiden und großzügig füllen. Wer die Stangen transportieren will, legt die Füllung in einen Spritzbeutel und füllt sie erst kurz vor dem Servieren.

Rezept 2: Focaccia-quadrate mit karamellisierten frühlingszwiebeln und parmesan

Vorbereitung20 min
Gehzeit90 min
Backzeit22–25 min
Portionen12 Quadrate
SaisonFrühlingszwiebeln (April–Mai)

Ingrédients

Für den Focacciate

  • 400 g Weizenmehl Type 550
  • 100 g Hartweizengrieß (gibt der Krume Biss)
  • 350 ml lauwarmes Wasser
  • 7 g Trockenhefe
  • 10 g Salz
  • 6 EL hochwertiges Olivenöl, plus mehr für das Blech

Für den Belag

  • 6 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL brauner Zucker
  • 60 g Parmesan, fein gerieben
  • 1 Zweig frischer Rosmarin
  • Meersalzflocken

Ustensiles

  • Rechteckiges Backblech (ca. 30 × 40 cm)
  • Kleine Pfanne zum Karamellisieren
  • Küchenmaschine oder großes Rührgefäß

Préparation

1. Teig ansetzen

Mehl, Grieß, Salz und Trockenhefe in einer großen Schüssel mischen. Das lauwarme Wasser und 4 EL Olivenöl hinzufügen. Den Teig zunächst in der Schüssel zu einem klebrigen, aber homogenen Teig vermengen – er ist flüssiger als ein klassischer Brotteig, das ist gewollt. Mit dem Knethaken auf hoher Stufe 6 Minuten schlagen, bis sich das Glutennetz entwickelt und der Teig lange Fäden zieht. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und bei Raumtemperatur 90 Minuten gehen lassen.

2. Frühlingszwiebeln karamellisieren

Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen, die Frühlingszwiebelringe hinzugeben und bei mittlerer Hitze 8–10 Minuten langsam anschwitzen, bis sie weich und leicht golden sind. Den braunen Zucker einstreuen und weitere 2 Minuten unter Rühren karamellisieren – die Zwiebeln nehmen eine tief bernsteinfarbene Tönung an und riechen süßlich-herb. Vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen. Warmer Belag würde den Teig vor dem Backen anbacken und ein ungleichmäßiges Ergebnis liefern.

3. Belegen und backen

Das Backblech großzügig mit Olivenöl einfetten. Den Teig daraufgeben und mit geölten Fingern vorsichtig in alle Ecken drücken, ohne zu reißen. Mit den Fingerkuppen tiefe Dellen in die gesamte Oberfläche eindrücken – das Dimpling – das ist kein Zufall, sondern Methode: Die Vertiefungen halten Öl und Belag beim Backen in Position. Die abgekühlten Frühlingszwiebeln gleichmäßig verteilen, Parmesan darüberreiben, Rosmarin zupfen. Mit Meersalzflocken bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 230 °C Ober-/Unterhitze 22–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun geblasen ist. Nach dem Abkühlen in 12 gleichmäßige Quadrate schneiden. In Backpapier gewickelt hält die Focaccia bei Raumtemperatur mindestens 4 Stunden ohne zu schwitzen.

Rezept 3: Mürbeteig-tartelettes mit ricotta, radieschen und schnittlauch

Vorbereitung25 min
Kühlzeit Teig30 min
Backzeit18–20 min
Portionen8 Tartelettes
SaisonRadieschen, Schnittlauch (April–Mai)

Ingrédients

Für den Mürbeteig

  • 200 g Weizenmehl Type 405
  • 100 g kalte Butter, in Würfel geschnitten
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zucker
  • 3–4 EL eiskaltes Wasser

Für die Füllung

  • 250 g Ricotta, gut abgetropft
  • 50 g Parmesan, fein gerieben
  • 1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten
  • 1 TL Zitronenabrieb
  • Salz, weißer Pfeffer
  • 8 Radieschen, hauchdünn in Scheiben gehobelt
  • 1 EL Olivenöl für die Radieschen

Ustensiles

  • 8 kleine Tartelette-Förmchen (∅ 8 cm) oder Muffinblech
  • Nudelholz
  • Ausstecher oder kleines Glas
  • Mandoline oder scharfes Messer für die Radieschen

Préparation

1. Mürbeteig herstellen

Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Die kalten Butterwürfel hinzugeben und mit den Fingerspitzen schnell einarbeiten, bis die Masse sandigem Strussel ähnelt – das Ziel ist, die Butter nicht zu schmelzen, sondern sie in kleinen, intakten Flocken zu halten, die im Ofen für eine blättrige, mürbe – also zart-bröckelige – Struktur sorgen. Das eiskalte Wasser löffelweise einarbeiten, nur so viel, dass der Teig gerade zusammenhält. Zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank geben.

2. Formen und blind backen

Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Fläche dünn ausrollen (ca. 3 mm) und Kreise ausstechen, die die Förmchen mit einem leichten Rand überlappen. In die gefetteten Förmchen drücken, den überstehenden Rand sauber abschneiden. Den Teigboden mehrfach mit einer Gabel einstechen – das Blindstechen verhindert, dass der Boden sich beim Backen hebt. Förmchen 15 Minuten einfrieren, dann im vorgeheizten Ofen bei 190 °C 18–20 Minuten goldbraun backen. Vollständig auskühlen lassen.

3. Füllung vorbereiten und zusammensetzen

Den abgetropften Ricotta mit Parmesan, Schnittlauch, Zitronenabrieb, Salz und weißem Pfeffer glatt rühren. Die Masse muss fest genug sein, um nicht zu verlaufen – wässriger Ricotta direkt aus der Packung ist zu flüssig und macht den Mürbeteig durch; er sollte mindestens eine Stunde in einem Sieb mit Küchenpapier abgetropft haben. Die abgekühlten Tartelette-Böden großzügig damit befüllen. Die hauchdünnen Radieschen leicht mit Olivenöl benetzen und rosettenförmig auf die Creme legen. Der Mürbeteig versiegelt die Unterseite, die feste Ricotta-Schicht bildet eine Barriere – so halten diese Tartelettes bei 20–22 °C locker 4 Stunden ihre Form und Textur.

Rezept 4: Rustikale chorizo-rucola-brötchen im knüpfstil

Vorbereitung20 min
Gehzeit75 min
Backzeit16–18 min
Portionen10 Brötchen

Ingrédients

Für den Brötchenteig

  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 7 g Trockenhefe
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
  • 1 TL Zucker
  • 2 EL Olivenöl

Für die Einlage

  • 150 g Chorizo (mild oder scharf), in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 50 g getrocknete Tomaten in Öl, fein gehackt
  • 30 g Rucola, grob gehackt (wird in den Teig eingearbeitet)
  • 1 EL Olivenöl

Ustensiles

  • Küchenmaschine mit Knethaken
  • Backblech mit Backpapier
  • Teigschaber

Préparation

1. Teig kneten und erste Gehzeit

Alle Teigzutaten in der Küchenmaschine 10 Minuten zu einem glatten, leicht klebrigen Teig verkneten. Er soll sich am Ende vom Schüsselrand lösen und beim Ziehen hauchdünne, transparente Membranen bilden – das nennt sich Fenstertest und zeigt an, dass das Gluten vollständig entwickelt ist. Zugedeckt 60 Minuten gehen lassen.

2. Füllung einarbeiten und formen

Den Teig auf einer leicht geölten Arbeitsfläche flach drücken. Chorizo-Scheiben, gehackte getrocknete Tomaten und Rucola darauf verteilen. Den Teig nun mehrfach falten – das Falten statt des Knetens verteilt die Einlagen gleichmäßig, ohne die Krumenstruktur zu zerstören. Den Teig in 10 gleiche Stücke teilen. Jedes Stück straff zu einer Kugel formen: Teig von außen nach innen über den Daumen ziehen und die Nahtstelle unten verschließen – die Oberflächenspannung sorgt für den runden, schönen Ofentrieb. 15 Minuten auf dem Blech entspannen lassen.

3. Backen mit Dampf

Im vorgeheizten Ofen bei 230 °C backen. In den ersten 8 Minuten eine flache Metallschale mit kochendem Wasser auf den Boden des Ofens stellen – das Schwaden: der Wasserdampf hält die Teigoberfläche länger dehnbar und erlaubt maximalen Ofentrieb, bevor die Kruste sich schließt. Dann die Schale entfernen und weitere 8–10 Minuten fertig backen, bis die Brötchen hohl klingen, wenn man auf die Unterseite klopft. Rucola verliert beim Backen seine Bitterkeit und gibt eine leicht nussige, erdige Note.

Rezept 5: Dinkel-Käse-stangen mit kümmelbutter

Vorbereitung15 min
Gehzeit45 min
Backzeit18–20 min
Portionen16 Stangen

Ingrédients

Für den Teig

  • 350 g Dinkelmehl Type 630
  • 150 g Weizenmehl Type 550
  • 7 g Trockenhefe
  • 280 ml lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
  • 2 EL Kümmelbutter: 30 g weiche Butter + 1 TL Kümmelsamen, leicht gemörsert

Für Belag und Füllung

  • 100 g Bergkäse (oder Emmentaler), grob gerieben
  • 1 Ei, verquirlt (zum Bestreichen)
  • 1 TL Kümmelsamen zum Bestreuen
  • Meersalzflocken

Ustensiles

  • Küchenmaschine oder Rührschüssel
  • Nudelholz
  • Backpapier und Backblech
  • Teigroller oder Messer

Préparation

1. Teig ansetzen

Dinkelmehl und Weizenmehl mischen, Hefe, Salz und Kümmelbutter hinzugeben. Das lauwarme Wasser einarbeiten und 8 Minuten kneten. Dinkelteig reagiert empfindlicher als Weizenteig auf zu langes Kneten: Das Gluten im Dinkel ist weniger stabil und bricht bei übermäßiger Bearbeitung. Acht Minuten genügen. Den Teig 45 Minuten abgedeckt gehen lassen.

2. Ausrollen, belegen, schneiden

Den Teig zu einem Rechteck von etwa 30 × 20 cm ausrollen. Die Hälfte der Fläche gleichmäßig mit dem geriebenen Käse bestreuen, dann den Teig wie einen Geschäftsbrief dreilagig falten – dadurch entstehen beim Backen dünne Käseschichten innerhalb der Stange, die die Feuchtigkeit binden und die Stangen auch nach Stunden noch knackig halten. Mit dem Nudelholz leicht andrücken, dann in 16 gleichmäßige Streifen schneiden. Jeden Streifen einmal um die eigene Achse drehen und auf das Backblech legen.

3. Bestreichen und backen

Mit dem verquirlten Ei bestreichen, mit Kümmelsamen und Meersalzflocken bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C Umluft 18–20 Minuten backen, bis die Stangen gleichmäßig goldbraun und in den eingedrillten Rillen leicht dunkler sind. Vollständig abkühlen lassen. In einer Blechdose oder einem trockenen Baumwollbeutel verpackt bleiben sie 6–8 Stunden knusprig – am längsten von allen fünf Rezepten.

Mein Tipp vom Bäckermeister

Der häufigste Fehler beim Picknick-Backen: zu früh einpacken. Warme Backwaren in geschlossenen Behältern erzeugen Kondenswasser – und das macht jede Kruste weich, die Sie zuvor mühevoll hergestellt haben. Legen Sie alle Backwaren nach dem Backen mindestens 45 Minuten offen auf einem Gitter ab, bevor Sie verpacken. Verwenden Sie Backpapier oder Baumwolltücher statt Frischhaltefolie – Brot und Gebäck müssen atmen. Für den Transport bei warmem Frühlingswetter: eine flache Holzkiste oder ein Weidenkorb mit Löchern ist besser als eine dicht schließende Box. Und wenn Bärlauch und Radieschen gerade Saison haben, lohnt es sich, die Beläge bewusst auf diese kurze Frühlingsfenster abzustimmen – von Ende April bis Mitte Mai schmeckt kein anderes Grün so frisch und kräftig.

Getränke zum Vatertag-Picknick

Zu salzigen Laugenstangen und Käsestangen passt ein kühler, leicht malziger Märzenbier aus einer regionalen Brauerei besonders gut – die Röstaromen der Laugengebäckkruste und die karamellige Bierbasis ergänzen sich. Wer keinen Alkohol trinkt, kombiniert gut mit einem selbst angesetzten Holunderblütensirup mit Mineralwasser: Der herbe Laugengeschmack braucht etwas Süße als Gegengewicht.

Zur Focaccia empfiehlt sich ein frischer Weißwein aus Franken oder der Pfalz – ein junger, trockener Müller-Thurgau oder Silvaner bringt die karamellisierten Frühlingszwiebeln zum Leuchten, ohne die zarte Ricotta-Schicht der Tartelettes zu überdecken. Als alkoholfreie Alternative: selbst gepresste Radieschen-Gurken-Limo oder ein leichter Kräutertee aus frischer Pfefferminze, kalt abgefüllt in einer Thermoskanne.

Geschichte des Picknicks in Deutschland

Das Picknick im Freien ist in Deutschland eng mit dem Vatertag verknüpft – einem Feiertag, der sich historisch aus dem kirchlichen Fest Christi Himmelfahrt entwickelte und sich im 20. Jahrhundert zum inoffiziellen Männerausflugstag entwickelte. Die Tradition, mit dem Bollerwagen und selbst gemachten Speisen in die Natur zu ziehen, hat weniger mit Kochen als mit Handwerk zu tun: Was transportiert werden soll, muss gebaut sein. In bäuerlichen und bürgerlichen Haushalten des 19. Jahrhunderts war der Bäcker die natürliche Anlaufstelle für picknickfähige Backwaren – seine Laugenbrezeln, sein Käsegebäck und seine gefüllten Hefestangen wurden von jeher als reisefest geplant.

Die Focaccia – heute ein Standardstück im deutschen Bäckereiangebot – kam über die Einflüsse der italienischen Arbeitsmigration in den 1950er- und 1960er-Jahren nach Deutschland. Ursprünglich aus Ligurien, wo sie Fugassa heißt und mit lokalem Olivenöl und grobem Meersalz belegt wird, hat sie sich in deutschen Backstuben mit regionalen Zutaten vermischt: Schnittlauch statt Rosmarin, Bergkäse statt Pecorino, Frühlingszwiebeln statt getrockneter Oliven. Das Ergebnis ist keine Kopie, sondern eine ehrliche Weiterentwicklung.

Nährwerte im Überblick (alle 5 Sorten, je Portion, Richtwerte)

RezeptKalorienEiweißKohlenhydrateFettBallaststoffe
Laugenstange mit Frischkäse-Bärlauch~310 kcal~10 g~42 g~11 g~2 g
Focaccia-Quadrat~240 kcal~7 g~35 g~9 g~2 g
Mürbeteig-Tartelette~290 kcal~9 g~28 g~16 g~1 g
Chorizo-Rucola-Brötchen~340 kcal~14 g~44 g~12 g~3 g
Dinkel-Käse-Stangen~190 kcal~7 g~28 g~7 g~3 g

Alle Angaben sind Näherungswerte und hängen von der genauen Zusammensetzung der verwendeten Zutaten ab.

Häufige Fragen

Wie weit im Voraus kann ich die Backwaren vorbereiten?

Die Dinkel-Käse-Stangen und die Focaccia lassen sich am Vorabend backen und über Nacht offen auskühlen – am nächsten Morgen kurz bei 180 °C für 5 Minuten auffrischen und wieder abkühlen lassen. Laugenstangen, Brötchen und Tartelette-Böden können ebenfalls am Vorabend gebacken werden; die Füllungen für Laugenstangen und Tartelettes sollten Sie jedoch erst am Morgen des Ausflugstags auftragen.

Wie verpacke ich die Backwaren für den Transport am besten?

Wickeln Sie jede Sorte einzeln in Backpapier ein und legen Sie sie dann in einen Weidenkorb oder eine belüftete Holzkiste. Vermeiden Sie Plastikboxen und Frischhaltefolie – beides staut Feuchtigkeit und weicht Krusten auf. Tartelettes transportieren Sie am besten in einem flachen Metallblech mit leichtem Abstand zwischen den Stücken.

Welche Rezepte eignen sich auch für Kinder?

Focaccia-Quadrate und Dinkel-Käse-Stangen sind kinderfreundlich und können vollständig ohne scharfe Zutaten zubereitet werden. Bei den Chorizo-Brötchen empfiehlt sich die milde Variante der Wurst. Laugenstangen lassen sich kindgerecht mit einem milden Quark-Kräuter-Aufstrich statt Bärlauch füllen.

Wie lange halten die Backwaren wirklich ohne Kühlung?

Bei Temperaturen bis etwa 22–24 °C sind alle fünf Rezepte mindestens 4 Stunden haltbar, sofern sie vollständig abgekühlt und trocken verpackt wurden. Die Käse-Stangen halten sich am längsten (6–8 Stunden). Bei direkter Sonneneinstrahlung und über 28 °C sollten Frischkäse- und Ricotta-Füllungen nicht länger als 2–3 Stunden ungekhlt bleiben.

Kann ich Bärlauch ersetzen, wenn er nicht mehr erhältlich ist?

Bärlauch hat ab Mitte Mai Saison und ist danach kaum noch frisch zu bekommen. Ein guter Ersatz ist eine Mischung aus frischem Schnittlauch und einer halben zerdrückten Knoblauchzehe – das Aroma ist ähnlich, aber etwas kräftiger. Alternativ funktioniert Rucola mit etwas Zitronenabrieb gut als pflanzliche Frischkomponente in der Frischkäsecreme.