Der zweite Sonntag im Mai rückt näher, und damit die Frage, die jedes Jahr aufs Neue auftaucht: Wie gestaltet man einen Muttertagsbrunch, der wirklich beeindruckt – ohne am Morgen selbst um fünf Uhr aufstehen zu müssen? Bäckermeister lösen dieses Problem seit Jahrzehnten mit einer simplen Berufsweisheit: Was heute vorbereitet wird, schmeckt morgen besser. Fermentierte Teige, durchgezogene Cremes und langsam gegangene Hefegebäcke entwickeln über Nacht Aromen, die sich in Schnellrezepten niemals entfalten.
Die fünf Rezepte, die hier folgen, entstammen dieser Philosophie der Geduld. Sie wurden von erfahrenen Bäckermeistern entwickelt und vereinen den Frühling auf dem Tisch: zartes Erdbeerconfiture, erste Rhabarbercremes, frisch gemahlener Mandarinenabrieb und duftende Kräuter vom Markt. Am Sonntagmorgen bleibt dann nur noch das Aufbacken, das Anrichten und das Genießen – was letztlich die schönste Art ist, Danke zu sagen.
Die 5 rezepte im überblick
1. Overnight-brioche mit orangenblütenwasser und frühlingsbutter
| Vorbereitung | 30 Min. |
| Gehzeit (Kühlschrank) | 8–12 Std. über Nacht |
| Backzeit | 25 Min. |
| Portionen | 8 Personen |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Kosten | €€ |
| Saison | Orange, Kräuterbutter mit Schnittlauch und Radieschengrün |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 80 g Zucker
- 10 g Salz
- 7 g Trockenhefe
- 5 Eier (Größe M), zimmerwarm
- 60 ml Vollmilch, lauwarm
- 1 EL Orangenblütenwasser
- 250 g Butter, kalt und in Würfeln geschnitten
- 1 Eigelb + 2 EL Milch zum Bestreichen
Für die Frühlingsbutter
- 200 g Butter, zimmerwarm
- 1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten
- Abrieb von 1 unbehandelten Orange
- 1 Prise Meersalzflocken
Ustensilien
- Küchenmaschine mit Knethaken
- Kastenform (30 cm)
- Backpapier
- Frischhaltefolie
- Kühlschrank
Vorbereitung
1. Den briocheteig ansetzten
Mehl, Zucker, Salz und Trockenhefe in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Darauf achten, dass Salz und Hefe zunächst nicht direkt aufeinanderliegen, da Salz die Hefe in ihrer Aktivität hemmt. Die Eier, die lauwarme Milch und das Orangenblütenwasser hinzufügen. Den Teig auf mittlerer Stufe 8 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist. Ein guter Briocheteig löst sich zu diesem Zeitpunkt sauber von der Schüsselwand.
2. Butter einarbeiten
Jetzt kommt die handwerkliche Seite: Die kalte Butter Würfel für Würfel bei niedriger Drehzahl einarbeiten. Dieser Vorgang dauert 10–15 Minuten und erfordert Geduld. Der Teig wirkt zwischendurch fettig und unförmig – das ist normal. Sobald die letzte Butternote aufgenommen ist, den Teig auf hoher Stufe weitere 5 Minuten schlagen, bis er seidig glänzt und sich beim Auseinanderziehen dünn wie ein Fenster dehnt. Diesen Test nennt man Fenstertest: Ein kleines Stück Teig zwischen den Fingern dünn auseinanderziehen – reißt es nicht sofort, ist die Glutenstruktur ausreichend entwickelt.
3. Kalt gehen lassen
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel legen, mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die Kälte verlangsamt die Hefe und fördert stattdessen eine Kaltgärung, die dem Teig eine tiefe, butterige Aromaentwicklung ermöglicht. Am nächsten Morgen ist der Teig fest, duftend und gut formbar.
4. Formen und backen
Den Teig am Sonntagmorgen aus dem Kühlschrank nehmen, kurz bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen (20 Minuten), dann in acht gleiche Kugeln teilen und in die mit Backpapier ausgelegte Kastenform setzen. Mit der Ei-Milch-Mischung bestreichen, noch einmal 30 Minuten gehen lassen und anschließend bei 180 °C Umluft goldbraun backen.
5. Frühlingsbutter vorbereiten
Die zimmerwarme Butter mit Schnittlauch, Orangenabrieb und Meersalzflocken in einer Schüssel cremig rühren. Auf ein Stück Klarsichtfolie geben, zur Rolle formen und im Kühlschrank fest werden lassen. Diese Butter kann ebenfalls am Vorabend vorbereitet und zum Servieren in elegante Scheiben geschnitten werden.
Bäckermeister verwenden für Brioche ausschließlich Butter mit mindestens 82 % Fettgehalt. Dieser Unterschied zu Standard-Markenbutter ist im Endprodukt deutlich spürbar: mehr Schmelz, intensiveres Aroma, gleichmäßigere Krume. Wer im Frühling mit frischem Rhabarber arbeitet, kann die Frühlingsbutter um fein abgeriebenes Rhabarberpulver aus getrocknetem Rhabarber ergänzen – ein Handgriff, der das Geschmacksprofil vollständig verändert.
Nährwerte (pro Portion, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~410 kcal |
| Eiweiß | ~8 g |
| Kohlenhydrate | ~42 g |
| davon Zucker | ~10 g |
| Fett | ~24 g |
| Ballaststoffe | ~2 g |
2. Rhabarber-vanille-tarte mit mürbeteig (kalt gestellt über nacht)
| Vorbereitung | 40 Min. |
| Kühlzeit | 8 Std. über Nacht |
| Backzeit | 35 Min. |
| Portionen | 8 Personen |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Kosten | €€ |
| Saison | Rhabarber, erste Erdbeeren als Garnitur |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
Für den Mürbeteig
- 250 g Weizenmehl Type 405
- 125 g Butter, kalt und gewürfelt
- 80 g Puderzucker
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- Abrieb von 1 unbehandelten Zitrone
Für die Vanillecreme
- 400 ml Vollmilch
- 1 Vanilleschote, ausgekratzt
- 4 Eigelb
- 80 g Zucker
- 40 g Speisestärke
- 40 g Butter
Für den Rhabarberbelag
- 500 g Rhabarber, frisch
- 60 g Zucker
- Saft von ½ Orange
Ustensilien
- Tarteform (26 cm, mit herausnehmbarem Boden)
- Blindbackhülsen oder getrocknete Hülsenfrüchte
- Kasserole
- Schneebesen
- Frischhaltefolie
Vorbereitung
1. Mürbeteig herstellen und kühlen
Mehl, Puderzucker, Salz und Zitronenabrieb in eine Schüssel sieben. Die kalte Butterwürfel dazugeben und rasch mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis eine sandige Masse entsteht – dieses Verfahren heißt Sablieren: Butter und Mehl werden buchstäblich zu feinem Sand gerieben, ohne dass die Butter zu schmelzen beginnt. Das Ei hinzufügen und den Teig nur so lange kneten, bis er sich zusammenfügt. Ein langer Knetvorgang entwickelt Gluten und macht den Boden zäh statt mürbe. Den Teig flach drücken, in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht in den Kühlschrank legen.
2. Vanillecreme zubereiten
Milch mit Vanilleschote und Vanillemark aufkochen. Eigelb, Zucker und Speisestärke in einer Schüssel glatt rühren. Die heiße Milch unter ständigem Rühren langsam eingießen (Temperieren: verhindert, dass die Eigelb gerinnen), die Masse zurück in die Kasserole geben und unter Rühren auf mittlerer Hitze 3–4 Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt und glänzt. Vom Herd nehmen, die Butter einrühren und die fertige Creme direkt mit Frischhaltefolie abdecken – dabei muss die Folie die Cremeoberfläche berühren, um eine Hautbildung zu verhindern. Ebenfalls über Nacht kühlen.
3. Rhabarber vorbereiten
Den Rhabarber waschen, die Fäden abziehen und in 5 cm lange Stücke schneiden. Mit Zucker und Orangensaft in einem Topf bei niedriger Hitze 8 Minuten köcheln, bis die Stücke weich sind, aber noch ihre Form halten. Abkühlen lassen und kühl stellen.
4. Blindbacken und zusammensetzen (Sonntagmorgen)
Den Teig ausrollen, die Tarteform auskleiden und den Boden mehrfach einstechen. Mit Backpapier belegen, mit Hülsenfrüchten beschweren und 15 Minuten bei 180 °C blindbacken – das heißt: ohne Füllung vorbacken, damit der Boden knusprig bleibt und sich nicht aufwölbt. Die Gewichte entfernen, weitere 8 Minuten goldbraun backen. Nach dem Abkühlen die Vanillecreme einfüllen, glatt streichen und den Rhabarber dekorativ daraufsetzen.
Rhabarber hat seinen Höhepunkt im April und Mai. Wer zartroten Rhabarber findet, hat Glück: Er ist milder und enthält weniger Oxalsäure als die grünlastigen Sorten. Eine Prise frisch geriebenen Ingwers im Kochsud kann die Frische des Rhabarbers auf eine neue Ebene heben, ohne ihn zu dominieren.
Nährwerte (pro Portion, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~380 kcal |
| Eiweiß | ~7 g |
| Kohlenhydrate | ~44 g |
| davon Zucker | ~22 g |
| Fett | ~19 g |
| Ballaststoffe | ~3 g |
3. Schokoladen-babka mit karamellisiertem haselnusskern
| Vorbereitung | 45 Min. |
| Kaltgärung über Nacht | 8–10 Std. |
| Backzeit | 40 Min. |
| Portionen | 10 Personen |
| Schwierigkeit | Mittel bis Schwer |
| Kosten | €€ |
| Saison | Ganzjährig, ideal für festliche Frühlingsbrunchs |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
Für den Hefeteig
- 450 g Weizenmehl Type 550
- 60 g Zucker
- 7 g Trockenhefe
- 8 g Salz
- 3 Eier (Größe M)
- 120 ml Vollmilch, lauwarm
- 150 g Butter, zimmerwarm
Für die Schokofüllung
- 150 g dunkle Schokolade (mind. 60 % Kakao), fein gehackt
- 80 g Butter
- 80 g Puderzucker
- 30 g Kakaopulver (ungesüßt)
- 100 g Haselnüsse, grob gehackt und geröstet
Für den Läuterzuckersirup
- 80 g Zucker
- 80 ml Wasser
Ustensilien
- Küchenmaschine mit Knethaken
- Kastenform (30 cm)
- Nudelholz
- Backpinsel
- Sägemesser
Vorbereitung
1. Hefeteig kneten
Mehl, Zucker, Hefe und Salz in die Küchenmaschine geben. Eier und lauwarme Milch hinzufügen, 8 Minuten bei mittlerer Drehzahl kneten. Die Butter esslöffelweise einarbeiten – dieselbe Technik wie beim Brioche, aber hier mit weniger Butter für eine etwas festere Struktur. Der Teig ist fertig, wenn er sich sauber von der Schüssel löst und leicht glänzt. In Frischhaltefolie wickeln und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
2. Schokofüllung herstellen
Schokolade und Butter über einem Wasserbad schmelzen. Puderzucker und Kakaopulver unterheben, abkühlen lassen, bis die Masse streichfähig ist. Die gerösteten Haselnüsse gesondert aufbewahren – sie werden separat auf die Füllung gestreut, damit sie beim Formen nicht zu fein zerdrückt werden.
3. Babka formen und kalt gehen lassen
Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem 50 × 35 cm großen Rechteck ausrollen. Die Schokofüllung gleichmäßig aufstreichen, dabei einen 2 cm breiten Rand freilassen. Die Haselnüsse darüberstreuen, den Teig von der langen Seite eng aufrollen. Die Rolle mit einem Sägemesser der Länge nach halbieren – das Innere wird sichtbar. Die beiden Hälften miteinander verdrehen (Strang flechten), in die gefettete Kastenform legen, erneut mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht kalt stellen.
4. Backen und glasieren
Am Sonntagmorgen die Babka aus dem Kühlschrank nehmen, 45 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen und bei 175 °C Ober-/Unterhitze 35–40 Minuten backen. Parallel Zucker und Wasser für den Läuterzuckersirup aufkochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die noch heiße Babka sofort nach dem Backen mit dem Sirup bestreichen – er zieht ein und verleiht der Krume Glanz sowie eine zarte Süße.
Die Kaltgärung bei der Babka ist kein optionaler Schritt – sie verändert die Textur grundlegend. Ein Teig, der über Nacht gegangen ist, entwickelt durch den langsamen enzymatischen Prozess eine feinfaserige, fast seidig gezogene Krume, die sich mit der Schokofüllung verbindet, statt sie nur zu umhüllen. Entscheidend ist der Unterschied zwischen einer guten und einer außergewöhnlichen Babka.
Nährwerte (pro Portion, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~480 kcal |
| Eiweiß | ~9 g |
| Kohlenhydrate | ~50 g |
| davon Zucker | ~24 g |
| Fett | ~27 g |
| Ballaststoffe | ~3 g |
4. Laugen-croissants mit frühlingskräuterquark (geformt am vorabend)
| Vorbereitung | 60 Min. |
| Kaltgärung | 8–12 Std. |
| Backzeit | 20 Min. |
| Portionen | 8 Stück |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Kosten | €€ |
| Saison | Schnittlauch, Bärlauch (April/Mai), Radieschen |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
Für die Croissants
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 10 g Salz
- 60 g Zucker
- 7 g Trockenhefe
- 300 ml Vollmilch, kalt
- 30 g Butter, zimmerwarm (für den Grundteig)
- 250 g Tourierbutter (mit mind. 84 % Fettgehalt), kalt
Für die Laugenbehandlung
- 1 L Wasser
- 30 g Natron (Backnatron, kein Natriumhydroxid)
- Grobes Meersalz zum Bestreuen
Für den Frühlingskräuterquark
- 400 g Magerquark
- 100 g Crème fraîche
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Handvoll frischer Bärlauch (wenn verfügbar), fein gehackt
- Salz, weißer Pfeffer
- Abrieb von ½ unbehandelten Zitrone
- 6 Radieschen, in feine Scheiben gehobelt
Ustensilien
- Küchenmaschine mit Knethaken
- Nudelholz
- Backpapier
- Backblech
- Kochtopf für die Laugenbrühe
- Schaumkelle oder Sieb
- Frischhaltefolie
Vorbereitung
1. Grundteig und erste Ruhe
Mehl, Salz, Zucker und Hefe mischen (Salz nicht direkt auf Hefe). Kalte Milch und die 30 g Butter hinzufügen, 6 Minuten zu einem glatten Teig kneten – weniger als Brioche, denn zu viel Glutenentwicklung macht das spätere Tourieren schwieriger. Den Teig zu einem Rechteck formen, in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen.
2. Tourierbutter vorbereiten und einschlagen
Die kalte Tourierbutter zwischen zwei Lagen Backpapier legen und mit dem Nudelholz auf ein 20 × 20 cm Quadrat klopfen – sie soll kalt, aber formbar sein wie weicher Ton. Den Teig ausrollen, die Butterplatte mittig auflegen und die Teigränder darüber schlagen, wie einen Umschlag. Dreimal falten (Touren): ausrollen, dritteln, umschlagen, vierteln drehen, kühlen. Dieser Prozess erzeugt die charakteristischen butterigen Schichten.
3. Formen und kalt gehen lassen
Nach der letzten Tour den Teig auf 3 mm ausrollen, in gleichschenklige Dreiecke mit 12 cm Basis schneiden und straff von der Basis zur Spitze aufrollen. Die geformten Croissants auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die Kaltgärung stabilisiert die Schichten und verhindert, dass die Butter ausläuft.
4. Laugenbehandlung und Backen (Sonntagmorgen)
Das Natron in 1 L kochendem Wasser auflösen – Vorsicht, es schäumt auf. Die Hitze reduzieren. Jedes Croissant mit der Schaumkelle 30 Sekunden in die Natronlösung tauchen. Diese Laugenbehandlung sorgt für die charakteristische dunkle Mahagonifarbe und den mild-würzigen Laugengeschmack. Auf dem Backblech verteilen, mit Meersalz bestreuen und bei 200 °C Ober-/Unterhitze 18–20 Minuten backen.
5. Frühlingskräuterquark (am Vorabend)
Quark und Crème fraîche glatt rühren. Schnittlauch und Bärlauch unterheben, mit Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb abschmecken. Den Quark über Nacht kühlen – so verbinden sich die Aromen. Erst kurz vor dem Servieren die hauchdünn gehobelten Radieschenscheiben darüberlegen: Sie bleiben so knackig und verleihen dem cremigen Quark eine frische, knusprige Textur.
Bärlauch hat von Ende März bis Anfang Mai Saison – ein kurzes, aber intensives Zeitfenster. Sein Aroma erinnert an Knoblauch, ist aber weicher und grasiger. Wer keinen Bärlauch findet, ersetzt ihn durch frischen Schnittknoblauch oder eine kleine Menge fein geriebenen Knoblauchs. Der Kräuterquark hält sich im Kühlschrank problemlos 2 Tage.
Nährwerte (pro Stück mit Quark, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~390 kcal |
| Eiweiß | ~12 g |
| Kohlenhydrate | ~38 g |
| davon Zucker | ~6 g |
| Fett | ~21 g |
| Ballaststoffe | ~2 g |
5. Erdbeer-tiramisu auf löffelbisquit-basis (komplett am vorabend)
| Vorbereitung | 35 Min. |
| Kühlzeit | Mindestens 6 Std., ideal über Nacht |
| Portionen | 8 Personen |
| Schwierigkeit | Leicht |
| Kosten | € |
| Saison | Erste Erdbeeren aus der Region, April/Mai |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
- 500 g Erdbeeren, frisch und reif
- 200 g Löffelbiskuits (Savoiardi)
- 500 g Mascarpone
- 300 ml Schlagsahne
- 4 Eigelb
- 100 g Zucker
- Saft und Abrieb von 1 unbehandelten Zitrone
- 200 ml Erdbeersirup (selbst gemacht oder gekauft) zum Tränken
- Frische Minze und Erdbeeren zum Dekorieren
Ustensilien
- Handmixer oder Küchenmaschine
- Auflaufform (ca. 25 × 18 cm) oder einzelne Gläser
- Schneebesen
- Frischhaltefolie
Vorbereitung
1. Erdbeeren vorbereiten
Die Erdbeeren waschen, trocknen und in dünne Scheiben schneiden. Rund ein Drittel davon mit einem Esslöffel Zucker und dem Zitronensaft mazerieren – diesen Vorgang nennt man Mazeration: der Zucker zieht den Fruchtsaft heraus und verstärkt das Aroma. Den entstandenen Erdbeer-Sud gesondert auffangen und in den Erdbeersirup einrühren – das ergibt die Tränklösung für die Biskuits.
2. Mascarpone-creme aufschlagen
Eigelb und Zucker in einer Schüssel über einem heißen Wasserbad 5–6 Minuten cremig schlagen, bis die Masse hell und dickflüssig wird – man spricht von einer Sabayon. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Mascarpone glatt rühren, die abgekühlte Sabayon unterheben. Die Sahne steif schlagen und vorsichtig in die Mascarponecreme unterheben: mit einem Teigschaber von unten nach oben drehen, nie rühren – so bleibt die Creme luftig und verliert kein Volumen.
3. Schichten und kühlen
Die Löffelbiskuits kurz in die Erdbeersirup-Tränke tauchen – wirklich nur kurz, 2–3 Sekunden pro Seite, damit sie feucht werden, aber ihre Struktur behalten. Eine Lage Biskuits in die Form legen, die Hälfte der Mascarponecreme daraufgeben, die mazerierten Erdbeerscheiben gleichmäßig verteilen. Zweite Lage Biskuits, restliche Creme, mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht kühlen. Das Kühlhaus-Tiramisu zieht über Nacht durch: Die Biskuits nehmen die Creme auf, die Schichten verbinden sich und das Dessert wird schnittfest.
4. Am Sonntagmorgen fertigstellen
Kurz vor dem Servieren frische Erdbeerscheiben dekorativ auf der Oberfläche anordnen, ein paar Minzblätter dazulegen und, falls gewünscht, frisch geriebene Zitronenschale darüberstreuen. Das Tiramisu lässt sich direkt in der Form auf den Tisch stellen oder in elegante Portionsgläser umfüllen.
Die ersten deutschen Erdbeeren kommen im Mai in den Handel, aber im April findet man auf Märkten bereits Ware aus Spanien und Marokko. Wer das Tiramisu mit heimischen Beeren zubereiten möchte, kann im April auf TK-Erdbeeren aus der Region zurückgreifen, die im Winter geerntet und schockgefrostet wurden – ihr Aroma ist oft intensiver als das früher Importfrüchte. Die aufgetauten Beeren sind ideal für die Mazeration, da sie bereits viel Saft freigeben.
Nährwerte (pro Portion, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~430 kcal |
| Eiweiß | ~7 g |
| Kohlenhydrate | ~38 g |
| davon Zucker | ~28 g |
| Fett | ~27 g |
| Ballaststoffe | ~2 g |
Brunchplanung: Was wann vorbereiten?
| Rezept | Samstagnachmittag | Samstagabend | Sonntagmorgen |
|---|---|---|---|
| Overnight-Brioche | Teig kneten | In den Kühlschrank stellen | Formen, gehen lassen, backen (55 Min.) |
| Rhabarber-Vanille-Tarte | Mürbeteig, Creme, Rhabarber | Alles kühlen | Blindbacken, zusammensetzen (50 Min.) |
| Schokoladen-Babka | Teig und Füllung | Formen, kühlen | Backen, glasieren (50 Min.) |
| Laugen-Croissants | Tourieren (Mittag/Nachmittag) | Formen, kühlen | Laugen, backen (30 Min.) |
| Erdbeer-Tiramisu | – | Komplett fertigstellen | Nur dekorieren (10 Min.) |
Häufige fragen
Kann ich die Teige länger als eine Nacht im Kühlschrank lassen?
Die meisten dieser Teige halten sich problemlos 24 Stunden im Kühlschrank, manche sogar bis zu 36 Stunden. Brioche und Babka gewinnen an Aroma, je länger sie kalt gehen. Die Croissants sollten jedoch nicht länger als 14 Stunden ruhen, da sie bei zu langer Gärung ihre Schichtstruktur verlieren können.
Was tun, wenn ich keine Küchenmaschine habe?
Brioche und Babka lassen sich von Hand kneten, erfordern aber erheblich mehr Kraft und Zeit – mindestens 20 Minuten intensives Kneten für die Grundteige. Die Butter muss dabei wirklich Stück für Stück eingearbeitet werden, was mit kalten Händen sogar besser funktioniert. Die Croissants hingegen lassen sich ohne Maschine gut herstellen, da das Tourieren ohnehin von Hand erfolgt.
Wie halte ich das Tiramisu frisch und sicher?
Das Erdbeer-Tiramisu enthält rohes Eigelb. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, pasteurisiert die Eier, indem er die Eigelb-Zucker-Masse über dem Wasserbad auf mindestens 70 °C erhitzt und dabei ständig rührt. Das Tiramisu sollte bis zum Servieren im Kühlschrank bleiben und innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden.
Welche Varianten eignen sich, wenn Gäste glutenfrei essen?
Das Erdbeer-Tiramisu lässt sich am einfachsten anpassen: Glutenfreie Löffelbiskuits sind im Handel erhältlich und funktionieren identisch wie herkömmliche. Für eine komplett glutenfreie Tarte kann der Mürbeteig mit einer Mischung aus Reismehl, Mandelmehl und Tapiokastärke hergestellt werden – die Textur ist etwas sandiger, aber geschmacklich überzeugend.
Kann ich die Brunchrezepte auch für andere Anlässe verwenden?
Definitiv. Die Overnight-Brioche passt zu jedem Wochenendfrühstück und zu Weihnachtsbrunchs mit Orangenmarmelade. Die Babka eignet sich für Geburtstagskaffee, die Laugen-Croissants für Sonntagsabendbrot. Das Tiramisu wandelt sich mit Himbeeren im Sommer oder karamellisierten Birnen im Herbst in ein völlig anderes Dessert.



