Sommerküche · Resteverwertung
Spargelreste, die sich lohnen: cremiges Risotto zum Saisonfinale
Dieses Sommer-Risotto mit grünem Spargel-Rest entsteht aus dem, was nach der letzten Saisonwoche übrig bleibt: ein paar Stangen, vielleicht ein paar Enden und Schalen. Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen Risotto liegt in der selbst gekochten Spargelbrühe. Alexander Herrmann setzt in seinen veröffentlichten Rezepten (u.a. bei BR Bayern 1) konsequent auf warme Brühe, die portionsweise eingearbeitet wird. Dazu kommt ein kleiner Finesse-Trick: die letzte Kelle Brühe kalt einzugießen, um die Cremigkeit im Abschluss zu intensivieren. Der Trick klingt simpel, macht aber den entscheidenden Unterschied. Wer zum Johannistag am 24. Juni noch grünen Spargel im Kühlschrank hat, sollte dieses Rezept nicht verpassen.
🥗 Nährwerte (pro Portion)
🧰 Küchenausstattung
- Großer Topf (für die Spargelbrühe)
- Weiter Schmortopf oder tiefe Pfanne (für das Risotto)
- Schöpfkelle
- Feinmaschiges Sieb
- Holzlöffel oder Kochlöffel
- Reibe für den Parmesan
🛒 Zutaten
- 300 g grüner Spargel (Reste, Enden, ggf. Köpfe)
- 150 g Risottoreis (Arborio oder Carnaroli)
- 700 ml Spargelbrühe (selbst gekocht, s. Zubereitung)
- 2 Schalotten, fein gewürfelt
- 100 ml trockener Weißwein
- 50 g Parmesan, frisch gerieben
- 20 g kalte Butter (für die Mantecatura)
- 1 EL Olivenöl
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
👨🍳 Zubereitung
Fortschritt: 0 % der Schritte erledigt
⏱ 10 min Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen und loslegen.
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Spargelbrühe kochen. Spargelenden und -schalen in einen großen Topf geben, mit 1 Liter kaltem Wasser bedecken, leicht salzen und aufkochen. Hitze reduzieren und ohne Deckel köcheln lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen und warm halten. ⏱ 20 min
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Spargel vorblanchieren. Die grünen Spargelstücke (ohne Köpfe) in leicht gesalzenem kochendem Wasser kurz blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken. Die Spargelköpfe beiseitelegen – sie kommen erst am Ende roh ins Risotto. ⏱ 3 min
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Schalotten andünsten und Reis nacrieren. Olivenöl in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Schalottenwürfel glasig dünsten. Risottoreis zugeben und unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Körner außen leicht durchsichtig wirken und innen noch weiß sind (das Nacrieren, also das „Perlmuttisieren“). So schließt sich die Stärke außen und der Reis bleibt später al dente. ⏱ 3 min
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Mit Weißwein ablöschen. Weißwein angießen und unter Rühren vollständig einkochen lassen, bis kein Alkohol mehr zu riechen ist. ⏱ 2 min
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Spargelbrühe schrittweise einarbeiten. Jetzt kommt Herrmanns Brühe-Trick: stets nur eine Kelle warme Spargelbrühe zum Reis geben, rühren bis sie fast vollständig absorbiert ist, dann erst die nächste Kelle nachgießen. Die Brühe muss warm sein, sonst unterbricht die Temperatur den Stärkeaufschluss und das Risotto wird körnig statt cremig. Diesen Vorgang wiederholen, bis fast die gesamte Brühe aufgebraucht ist – eine kleine Menge (ca. 50 ml) kalte Brühe zurückbehalten. ⏱ 18 min
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Kalte Brühe als Finish einrühren. Wenn der Reis die gewünschte al-dente-Konsistenz erreicht hat, die zurückbehaltene kalte Brühe auf einmal einrühren. Dieser Temperaturkontrast bricht die äußere Stärkeschicht auf und gibt dem Risotto einen besonders seidigen Abschluss – der Kern von Herrmanns Technik.
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Spargel einrühren und Mantecatura. Die vorblanchieren Spargelstücke unterrühren und kurz miterhitzen. Die rohen Spargelköpfe jetzt einrühren – sie garen in der Restwärme durch und bleiben bissfest. Herd ausschalten. Kalte Butter und geriebenen Parmesan unterrühren (Mantecatura: die Butter-Käse-Emulsionierung, die das Risotto glänzend und cremig macht). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. ⏱ 2 min
Kurz zusammengefasst
Spargelenden auskochen, die Brühe warm halten und schrittweise einrühren – so entsteht ein cremiges Sommer-Risotto mit echter Tiefe. Ein letzter Schuss kalte Brühe und die Mantecatura mit Butter und Parmesan machen den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich guten Risotto.
📌 Rezept merken
✨ Mein Spargel-Risotto, drei Spargelmomente, drei Ideen
Das Grundrezept lässt sich mit wenigen Handgriffen anpassen. Safranvariante: Eine Messerspitze Safran in einem Esslöffel warmer Brühe auflösen und in Schritt 5 einrühren. Das gibt eine goldene Farbe und ein florales Aroma, das gut zu Parmesan passt. Weiß und grün gemischt: Wer noch weißen Spargel übrig hat, kann ihn blanchiert unter den grünen mischen. Die Brühe dann aus beiden Schalen kochen – der Geschmack wird intensiver. Vegane Version: Butter durch Olivenöl ersetzen, Parmesan durch Hefeflocken. Die Konsistenz verändert sich etwas, bleibt aber angenehm cremig, wenn man kräftig rührt.
❄️ Aufbewahrung
Risotto schmeckt frisch am besten. Reste in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Tagen aufbrauchen. Zum Aufwärmen einen Schuss warme Brühe oder Wasser in die Pfanne geben und bei niedriger Hitze langsam rühren, bis das Risotto wieder cremig wird. Einfrieren ist möglich, aber die Textur leidet dabei deutlich.
🍷 Saison und Begleitung
Ideale Saison:



