In nur 50 minuten steht ein frisches, aromatisches brot auf dem tisch – ganz ohne hefe, dafür mit der kraft von natron und buttermilch. Dieses bärlauchbrot vereint frühlingsfrische mit praktischer schnelligkeit und benötigt lediglich fünf zutaten. Während klassische hefebrote stunden zum gehen brauchen, setzt diese variante auf eine chemische reaktion: natron und die säure der buttermilch erzeugen kohlendioxid, das den teig auflockert. Der wilde knoblauch, auch bärlauch genannt, verleiht dem gebäck seinen charakteristischen, würzig-milden geschmack. Perfekt für alle, die spontan gäste bewirten möchten oder einfach keine geduld für lange gehzeiten haben. Diese methode stammt aus der tradition der sogenannten quick breads – schnellbrote, die besonders in der angloamerikanischen backkultur verbreitet sind. Das ergebnis überzeugt: eine knusprige kruste umhüllt einen saftigen, aromatischen kern.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den backofen vorbereiten
Heizt zunächst den backofen auf 180 grad celsius umluft vor. Diese temperatur ist wichtig, damit das brot gleichmäßig durchbackt und eine schöne kruste entwickelt. Während der ofen aufheizt, fettet ihr eine kastenform mit etwas öl oder butter ein und bestäubt sie leicht mit mehl. Dieser schritt verhindert, dass der teig später am rand kleben bleibt.
2. Die trockenen zutaten mischen
Gebt das weizenmehl in eine große schüssel. Fügt das salz und das natron hinzu. Natron ist ein backtriebmittel, also ein stoff, der den teig durch gasbildung auflockert. Mischt diese drei zutaten mit einem schneebesen gründlich durch, damit sich das natron gleichmäßig verteilt. Streut nun den getrockneten bärlauch darüber und vermengt alles noch einmal. Der getrocknete bärlauch sollte fein geschnitten sein, damit er sein aroma optimal entfalten kann.
3. Die buttermilch einarbeiten
Gießt die buttermilch in die mitte der mehlmischung. Jetzt beginnt die magische reaktion: die säure der buttermilch aktiviert das natron sofort, und es entstehen kleine bläschen. Rührt mit einem holzlöffel oder einem teigschaber zügig, aber nicht zu lange. Der teig sollte gerade eben zusammenkommen und noch etwas klumpig aussehen. Wichtig: nicht zu lange rühren, sonst wird das brot zäh statt locker. Die konsistenz ähnelt einem dickflüssigen pfannkuchenteig.
4. Den teig in die form füllen
Füllt den teig sofort in die vorbereitete kastenform. Streicht die oberfläche mit einem teigschaber glatt. Da die triebkraft des natrons schnell nachlässt, solltet ihr den teig zügig verarbeiten. Ihr könnt die oberfläche mit etwas wasser bepinseln – das sorgt später für eine schönere kruste.
5. Das brot backen
Schiebt die form auf die mittlere schiene des vorgeheizten ofens. Backt das brot etwa 35 minuten. Nach 20 minuten könnt ihr die oberfläche mit alufolie abdecken, falls sie zu dunkel wird. Das brot ist fertig, wenn es goldbraun ist und beim klopfen auf die unterseite hohl klingt. Ein weiterer test: stecht mit einem holzstäbchen in die mitte – es sollte sauber wieder herauskommen.
6. Auskühlen lassen
Nehmt die form aus dem ofen und lasst das brot etwa 10 minuten darin ruhen. Stürzt es dann vorsichtig auf ein kuchengitter und lasst es vollständig auskühlen. Dieser schritt ist wichtig, damit die kruste knusprig bleibt und das brot nicht schwitzt.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr frischen bärlauch zur verfügung habt, könnt ihr ihn fein hacken und einfrieren. So habt ihr das ganze jahr über zugriff auf dieses würzige kraut. Für ein noch intensiveres aroma könnt ihr zusätzlich einen esslöffel getrocknete bärlauchsamen in den teig geben. Wer es rustikaler mag, ersetzt 100 gramm weizenmehl durch vollkornmehl – das brot wird dadurch etwas dichter, aber auch nährstoffreicher. Falls ihr keine buttermilch habt, mischt 300 milliliter milch mit einem esslöffel zitronensaft und lasst die mischung 5 minuten stehen. Das brot schmeckt am besten noch leicht warm mit butter oder als beilage zu suppen und salaten.
Passende getränke zum bärlauchbrot
Zu diesem würzigen brot passt ein trockener weißwein wie ein grüner veltliner oder ein silvaner hervorragend. Die frische säure des weins harmoniert perfekt mit dem knoblauchartigen aroma des bärlauchs. Wer lieber alkoholfrei genießt, wählt einen frisch gepressten apfelsaft oder ein kräuterlimonade mit minze. Auch ein buttermilch-kräuter-drink ergänzt das brot wunderbar: einfach buttermilch mit frischen kräutern wie petersilie und schnittlauch mixen.
Bärlauch – der wilde knoblauch des frühlings
Bärlauch wächst wild in feuchten laubwäldern und ist besonders im frühling, zwischen märz und mai, zu finden. Die pflanze wurde bereits von den kelten und germanen geschätzt und galt als heilkraut mit reinigender wirkung. Der name leitet sich vermutlich davon ab, dass bären nach dem winterschlaf die blätter fressen, um ihren stoffwechsel anzukurbern. In der küche erlebt bärlauch seit einigen jahrzehnten eine renaissance. Sein geschmack erinnert an knoblauch, ist aber deutlich milder und hinterlässt keinen unangenehmen mundgeruch. Getrockneter bärlauch behält viele seiner aromatischen öle und eignet sich perfekt zum backen, da er hitzebeständiger ist als frische blätter. Das schnellbrot ohne hefe hat seine wurzeln in zeiten, als hefe knapp oder teuer war. Die kombination aus säure und natron als triebmittel ist eine clevere alternative, die in irland mit dem soda bread tradition hat.



