Sommer-Risotto mit Pfifferlingen, der Brühe-Trick von Alexander Herrmann gelingt in 25 Minuten

Sommer-Risotto mit goldgelben Pfifferlingen in einem cremigen Parmesan-Risotto, angerichtet in einem tiefen Teller mit frischer Petersilie

Hauptgericht · Sommer-Küche

★★★★★ 4,9 25 Min. 🕐 Vorbereitung: 10 Min. 🍳 Kochen: 15 Min. 📊 Mittel 🔥 480 kcal 🍽 4 Portionen 📅 Juli – September
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Cremiges Risotto, das wirklich gelingt – dank eines simplen Profi-Kniffs

Sommer-Risotto mit Pfifferlingen ist eines der schönsten Saisongerichte, die die deutsche Sommerküche zu bieten hat. Das Geheimnis hinter seiner samtig-cremigen Textur liegt nicht im stundenlangen Rühren, sondern in einem einzigen, entscheidenden Detail: der Brühe-Trick von Sternekoch Alexander Herrmann. Heiße Brühe, die Technik des Nacrierens (das Glasigwerden des Reises in Fett vor dem Ablöschen) und die abschließende Mantecatura (das Einarbeiten von kalter Butter am Ende) verwandeln einfache Zutaten in ein Gericht auf Restaurantniveau. Pfifferlinge sind von Juli bis September in Deutschland erhältlich und bringen ein nussig-pfeffriges Aroma mit, das perfekt zum milden Carnaroli-Reis passt. Mit diesem Rezept steht das Gericht in exakt 25 Minuten auf dem Tisch.

🥗 Nährwerte pro Portion

480 kcalKalorien
14 gEiweiß
16 gFett
68 gKohlenhydrate

🧰 Küchenzubehör

  • Großer Topf oder weite Pfanne (mind. 24 cm)
  • Kleiner Topf zum Warmhalten der Brühe
  • Schöpfkelle (ca. 100 ml)
  • Bratpfanne (für die Pfifferlinge)
  • Holzlöffel oder Kochspatel
  • Messer und Schneidebrett
  • Reibe für den Parmesan
  • Küchenpapier (zum Reinigen der Pilze)

🛒 Zutaten

Für Personen Geschätzte Kosten: · /Person
  • 300 g frische Pfifferlinge
  • 280 g Carnaroli- oder Arborio-Risottoreis
  • 1.000 ml heiße Gemüsebrühe (selbst gemacht oder aus dem Glas)
  • 120 ml trockener Weißwein (z. B. Pinot Grigio)
  • 60 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 50 g kalte Butter (für die Mantecatura)
  • 20 g Butter (zum Anschwitzen)
  • 2 Stk. Schalotten, fein gewürfelt
  • 2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
  • 2 EL Olivenöl (zum Braten der Pilze)
  • ½ Bio-Zitrone, Abrieb (optional, für Frische)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
  • Frische Petersilienblätter zum Anrichten

👨‍🍳 Zubereitung

Fortschritt: 0 % der Schritte erledigt

⏱ 10 Min. Tipp: Die Zeitangaben in den Schritten sind anklickbare Timer – einfach antippen, um den Countdown zu starten.

  1. Brühe heiß halten. Gieß die Gemüsebrühe in einen kleinen Topf und erhitze sie auf mittlerer Stufe. Sie muss während der gesamten Kochzeit heiß bleiben, aber nicht sprudelnd kochen. Das ist der Kern von Herrmanns Brühe-Trick: Kalte Brühe würde den Reis im Topf abkühlen, die Stärkefreisetzung unterbrechen und die Cremigkeit zerstören. ⏱ 3 Min.
  2. Pfifferlinge putzen und scharf anbraten. Reibe die Pfifferlinge mit Küchenpapier ab, Wasser vermeiden. Erhitze Olivenöl in der Bratpfanne auf hoher Stufe bis es leicht raucht. Brate die Pilze in einer einzigen Lage an, ohne sie zu bewegen, bis sie goldbraun sind. Dann wenden, kurz weiterbraten. Das Pilzwasser, das austritt, gieß ab oder lass es verdampfen, bevor du eine Prise Butter dazu gibst. So entstehen die typischen Röstaromen. Zur Seite stellen. ⏱ 5 Min.
  3. Soffritto: Schalotten und Knoblauch anschwitzen. Schmelze 20 g Butter im großen Topf bei mittlerer Hitze. Gib Schalotten und Knoblauch hinein und schwitze sie glasig, ohne dass sie Farbe nehmen. Das nennt sich Soffritto und bildet die aromatische Basis des Risottos. ⏱ 3 Min.
  4. Reis nacrieren. Gib den Risottoreis trocken in den Topf und rühre ihn bei mittlerer bis hoher Hitze in der Butter um, bis die Körner außen glasig und perlmuttartig aussehen. Dieses Nacrieren (von frz. nacre, Perlmutt) versiegelt die Stärke und sorgt dafür, dass der Reis später al dente bleibt, während er außen cremig gibt. ⏱ 2 Min.
  5. Mit Weißwein ablöschen. Gieß den Weißwein zum Reis und rühre kräftig, bis die Flüssigkeit vollständig aufgesogen ist. Der Wein gibt Säure und Tiefe, er muss jedoch vollständig einkochen, damit kein Alkoholgeschmack bleibt. ⏱ 2 Min.
  6. Brühe schöpfkellenweise einarbeiten. Gib die heiße Brühe Kelle für Kelle (je ca. 100 ml) dazu. Jede Portion erst dann zugeben, wenn die vorherige vollständig aufgesogen ist. Dabei regelmäßig rühren. Dieser Vorgang dauert insgesamt etwa 15 Minuten und ist der Kern der Risotto-Technik: Das kontinuierliche Rühren löst die Stärke aus den Körnern und erzeugt die cremige Bindung. ⏱ 15 Min.
  7. Pfifferlinge einarbeiten. Wenn der Reis al dente ist, also noch einen leichten Biss hat, heb die gebratenen Pfifferlinge unter. Kurz erhitzen, aber nicht weiter kochen.
  8. Mantecatura: Butter und Parmesan einrühren. Nimm den Topf vom Herd. Gib die kalte Butter in Würfeln und den frisch geriebenen Parmigiano Reggiano dazu. Rühre kräftig und schwinge den Topf gleichzeitig, damit sich alles zur seidenartig cremigen Masse verbindet. Das nennt sich Mantecatura und ist der letzte Handgriff, der ein gutes Risotto von einem großartigen unterscheidet. Optional: etwas Zitronenabrieb darüber für Frische. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sofort anrichten und mit Petersilie garnieren.

Rezept auf einen Blick

Dieses Sommer-Risotto mit Pfifferlingen überzeugt durch die konsequente Anwendung dreier Profi-Techniken: Nacrieren, heiße Brühe und Mantecatura. Zusammen sorgen sie dafür, dass der Reis in nur 25 Minuten eine cremige, vollmundige Textur bekommt, ohne matschig zu werden. Wer frische Pfifferlinge aus der Saison (Juli bis September) verwendet, braucht keine weiteren Zutaten, um ein Gericht auf Restaurantniveau auf den Tisch zu bringen.

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Sommer-Risotto mit Pfifferlingen – cremiges Rezept nach Alexander Herrmanns Brühe-Trick, angerichtet in einem tiefen Teller
Pfifferlings-Risotto in 25 Minuten – der Brühe-Trick macht den Unterschied.
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✨ Mein Pfifferlings-Risotto, drei Sommer, drei Varianten

Das Grundrezept lässt sich wunderbar anpassen, ohne den Charakter des Gerichts zu verlieren. Hier drei Varianten, die sich in der Praxis bewährt haben:

Mit Safran: Eine Messerspitze Safranfäden, vorher in 2 EL heißer Brühe aufgelöst, in der Mitte der Garzeit unterrühren. Das Risotto bekommt eine goldene Farbe und ein blumig-warmes Aroma, das besonders gut zu den Pfifferlingen passt.

Mit Zitronenabrieb und frischen Kräutern: Wer Frische bevorzugt, reibt bei der Mantecatura die Schale einer halben Bio-Zitrone darüber und streut gehackte Petersilie oder Basilikum auf das angerichtete Gericht. Die Säure macht das Risotto erstaunlich leicht.

Vegetarisch und vegane Variante: Die Butter durch hochwertiges Olivenöl (kalt eingerührt) ersetzen, den Parmesan durch Hefeflocken mit etwas Zitronensaft. Das Ergebnis ist weniger üppig, aber überraschend aromatisch.

❄️ Aufbewahrung

Risotto schmeckt frisch am besten. Reste lassen sich jedoch in einem luftdicht verschlossenen Behälter bis zu 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zum Aufwärmen etwas heiße Brühe oder Wasser dazugeben und bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmen, bis die cremige Konsistenz zurückkommt. Einfrieren ist möglich, aber nicht empfehlenswert: Die Stärkestruktur des Reises verändert sich beim Einfrieren und das Risotto verliert seine typische Cremigkeit.

🍷 Saison & Weinbegleitung

🍷
Weinbegleitung: Ein trockener Pinot Grigio aus dem Elsass oder aus Südtirol passt ideal, seine feine Säure und die zurückhaltende Frucht ergänzen die nussigen Pfifferlinge, ohne die Mantecatura-Cremigkeit zu überdecken. Alternativ: ein Grüner Veltliner aus Österreich mit Pfefernote oder ein ligurischer Vermentino. Wer keinen Wein mag, kombiniert das Risotto mit einem leicht gesprudelten Mineralwasser mit Zitronenscheibe.

Ideale Saison:

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

💡 Tipps und Hinweise für das perfekte Pfifferlings-Risotto

Was ist der Brühe-Trick beim Risotto und warum ist er so wichtig?
Der Brühe-Trick bedeutet: Die Gemüsebrühe muss während der gesamten Kochzeit heiß gehalten werden, bevor sie kellenweise zum Reis gegeben wird. Kalte oder nur lauwarme Brühe verursacht einen Temperaturschock im Topf. Das unterbricht die Stärkefreisetzung der Reiskörner und ergibt ein klebriges statt cremiges Risotto. Alexander Herrmann erklärt dieses Prinzip in seinen dokumentierten Rezepten (u. a. auf BR.de) als eine der wichtigsten Grundregeln für gelungenes Risotto.
Wie brät Alexander Herrmann Pilze richtig an?
Herrmanns Technik folgt dem zweiphasigen Anbraten: Zunächst Pilze bei sehr hoher Hitze ohne Fett oder mit wenig Öl in die heiße Pfanne geben, damit das Pilzwasser schnell verdampft. Erst wenn die Pfanne wieder trocken ist, kommt die Butter dazu und gibt den Pilzen ihre Röstaromen. Wichtig: Pfifferlinge nie mit Wasser waschen, sondern trocken mit Küchenpapier abreiben. So behalten sie ihr nussiges Aroma und werden nicht matschig.
Welchen Reis nimmt man für ein echtes Risotto, Arborio oder Carnaroli?
Beide Sorten sind für Risotto geeignet, aber mit unterschiedlichem Ergebnis. Arborio hat größere Körner und gibt mehr Stärke ab, was ein etwas cremigeres, aber auch leichter übergarendes Risotto ergibt. Carnaroli ist die bevorzugte Wahl von Profiköchen: Die Körner sind fester, behalten auch nach längerer Garzeit ihren Biss und verzeihen kleine Fehler beim Rühren. Für ein Pfifferlings-Risotto empfiehlt sich Carnaroli, weil er den al-dente-Biss sicherer hält.
Kann man Pfifferlings-Risotto im Schnellkochtopf zubereiten?
Ja, das ist technisch möglich: Die gesamte Brühe auf einmal zugeben, Deckel schließen und bei hohem Druck 6 bis 7 Minuten garen. Das Ergebnis ist akzeptabel, aber nicht identisch mit der klassischen Technik. Die Stärkefreisetzung durch das schrittweise Einrühren und das manuelle Rühren entfällt, die typische Cremigkeit ist schwerer zu erreichen. Herrmanns Brühe-Trick und die Mantecatura am Ende lassen sich im Schnellkochtopf nicht vollständig umsetzen. Für Alltag und Zeitdruck eine Option, für das volle Ergebnis besser die klassische Methode.
Wie bereitet Alfons Schuhbeck Risotto ohne Rühren zu?
Schuhbecks Methode ist die sogenannte Backofen-Variante: Die Brühe wird auf einmal zum angebratenen Reis gegeben, dann kommt der Topf mit Deckel in den auf 180 °C vorgeheizten Backofen. Nach etwa 18 bis 20 Minuten ist der Reis gar, ohne dass gerührt werden muss. Das ist eine praktische Methode für die gleichzeitige Zubereitung mehrerer Gerichte, ergibt aber ein etwas weniger cremiges Risotto als die klassische Rührtechnik, weil die Stärke nicht aktiv herausgelöst wird.
Wann kommen die Pfifferlinge ins Risotto?
Die Pfifferlinge werden separat in der Bratpfanne angebraten und erst am Ende in den fertigen Risotto-Topf gegeben, kurz bevor die Mantecatura (das Einrühren der kalten Butter) beginnt. So behalten sie ihre Röstaromen und ihre Textur. Pfifferlinge zu früh ins Risotto gegeben würden im feuchten Milieu weich und verlieren ihren typischen Biss und ihr nussiges Aroma.

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