Dessert · Französische Küche · Sommer
Der sommerliche Clafoutis, der nie schwer wirkt
Ein Aprikosen-Clafoutis aus dem Ofen ist eines der ehrlichsten Sommerdesserts der französischen Küche: wenige Zutaten, kein Schnickschnack und eine Textur, die irgendwo zwischen Flan, Eierpfannkuchen-Teig und cremigem Auflauf liegt. Ursprünglich stammt das Gericht aus dem Limousin, wo man es klassisch mit Kirschen zubereitet. Wer die Saison der französischen Aprikosen nutzt – sie sind von Juni bis August auf dem Markt – erhält ein Dessert, das leicht bleibt, selbst wenn es draußen drückt. Kein Backpulver, kein Fett-Überschuss: die Eier übernehmen die ganze Arbeit.
🥗 Nährwerte pro Portion
🧰 Küchenzubehör
- Runde Backform oder Springform (Ø 26 cm)
- Rührschüssel (mittelgroß)
- Schneebesen oder Handmixer
- Messer und Schneidebrett
- Backpinsel (zum Einfetten der Form)
- Feinmaschiges Sieb (für den Puderzucker)
🛒 Die Zutaten
- 500 g reife Aprikosen (ca. 6–8 Stück), halbiert und entsteint
- 3 Stück Eier (Größe M), zimmerwarm
- 250 ml Vollmilch
- 80 g Weizenmehl (Type 405)
- 80 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 1 Prise Salz
- 20 g Butter (zum Einfetten und für den Teig)
- 20 g Mandelsplitter (optional, für die Oberfläche)
- 1 EL Puderzucker (zum Bestäuben vor dem Servieren)
👨🍳 Zubereitung
Fortschritt: 0 % der Schritte erledigt
⏱ 10 min Zeitangaben im Rezept sind anklickbare Timer – einfach antippen und der Countdown startet.
- Ofen vorheizen und Form vorbereiten. Den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze (170 °C Umluft) vorheizen. Die Backform (Ø 26 cm) gründlich mit Butter ausstreichen und leicht mit Zucker ausstreuen – das verhindert Ankleben und sorgt für eine leicht karamellisierte Unterseite.
- Aprikosen vorbereiten. Die Aprikosen waschen, halbieren und entsteinen. Wer sehr große Früchte hat, kann sie vierteln. Sehr reife Aprikosen kurz mit einem Küchentuch abtupfen, damit überschüssiger Saft den Teig später nicht verwässert.
- Teig anrühren. Eier, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer Schüssel mit dem Schneebesen kräftig verrühren, bis die Masse hell und leicht schaumig ist. Das Mehl sieben und unter ständigem Rühren einarbeiten. Dann die Vollmilch in einem dünnen Strahl dazugießen und alles zu einem glatten, dünnflüssigen Teig schlagen – ähnlich wie ein Pfannkuchenteig. Für ein nussiges Aroma kann man die geschmolzene Butter (20 g, leicht abgekühlt) unterrühren. Den Teig ⏱ 10 min ruhen lassen.
- Aprikosen in die Form legen. Die Aprikosenhälften mit der Schnittfläche nach oben dicht nebeneinander in die vorbereitete Form legen. So karamellisieren sie von unten leicht und geben ihren Saft kontrolliert an den Teig ab.
- Teig angießen. Den geruhten Teig gleichmäßig über die Aprikosen gießen, bis die Früchte knapp bedeckt sind. Die Mandelsplitter (falls verwendet) über die Oberfläche streuen.
- Backen. Die Form auf die mittlere Schiene schieben und den Clafoutis ⏱ 30–35 min backen. Er ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun ist und der Teig in der Mitte nur noch leicht wackelt – ein kleines Zittern ist normal und gewollt, er festigt sich beim Abkühlen weiter. Kein Zahnstocher nötig: der Clafoutis soll innen leicht cremig bleiben.
- Servieren. Den Clafoutis aus dem Ofen nehmen und ⏱ 10 min abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben. Lauwarm schmeckt er am besten – die Textur ist dann am cremigsten.
Das Rezept auf einen Blick
Dieses Aprikosen-Clafoutis ist ein unkompliziertes Sommerdessert aus der französischen Küche: ein dünnflüssiger Eierpfannkuchen-Teig umschließt saftige Aprikosenhälften und wird bei 190 °C Ober-/Unterhitze 30 bis 35 Minuten goldbraun gebacken. Das Ergebnis ist leicht, cremig und braucht weder Backpulver noch Sahne. Lauwarm serviert und mit Puderzucker bestäubt ist er in 45 Minuten auf dem Tisch.
📌 Rezept merken
✨ Mein Clafoutis, drei Jahreszeiten, drei Versionen
Das Grundrezept lässt sich wunderbar an andere Obstsorten und Vorlieben anpassen. Hier sind meine drei liebsten Varianten aus der eigenen Küche:
Klassischer Kirsch-Clafoutis: Wer es ganz original möchte, ersetzt die Aprikosen durch 400 g entsteinte Kirschen. Traditionell lässt man die Kerne drin (sie geben ein leichtes Mandelaroma ab), aber mit entsteinten Kirschen ist es deutlich alltagstauglicher.
Nougat-Variante: Zwei Esslöffel Nougat-Creme unter den Teig rühren und die Mandelsplitter großzügig über die Oberfläche streuen. Das Ergebnis ist etwas kalorienreicher, aber ein echter Hingucker für Gäste.
Laktosearme Alternative: Vollmilch lässt sich problemlos durch Hafer- oder Mandelmilch ersetzen, ohne dass die Textur merklich leidet. Die Butter zum Einfetten kann durch Kokosöl ersetzt werden. Der Teig bleibt ebenso luftig, der Geschmack erhält eine leichte Nussnote.
Übrigens: Ein Clafoutis, der mit anderem Obst als Kirschen zubereitet wird, heißt in der französischen Originalküche eigentlich Flognarde. Der Unterschied ist rein sprachlich – Zubereitung und Textur sind identisch. Wer also mit Aprikosen, Zwetschgen oder Birnen arbeitet, bäckt streng genommen eine Flognarde.
❄️ Aufbewahrung
Den abgekühlten Clafoutis abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Er hält sich dort 2 bis 3 Tage gut. Zum Aufwärmen die gewünschte Portion bei 150 °C Ober-/Unterhitze für etwa 10 Minuten in den Ofen schieben – nicht in die Mikrowelle, da die Textur dann gummiartig wird. Wer ihn lieber kalt isst, kann ihn direkt aus dem Kühlschrank servieren: die Konsistenz ist dann fester, fast wie ein Flan. Lauwarm oder bei Zimmertemperatur bleibt die cremige Textur am besten erhalten.
🍷 Saison & Begleitung
Ideale Saison:



