Ende April steht der Markt ganz im Zeichen des Spargels. Die ersten Bündel grünen Spargels liegen auf den Holzständen, noch feucht vom Morgen, die Spitzen fest und dunkel. Wer jetzt ein schnelles Feierabend-Dinner sucht, das diesen kurzen Frühlings-Moment einfängt, ohne stundenlang am Herd zu stehen, findet in dieser Quiche eine direkte Antwort. 35 Minuten – von der Arbeitsfläche bis auf den Tisch.
Diese Variante setzt auf grünen Spargel statt des klassischen weißen: kräftiger im Aroma, weniger Schälaufwand, und in der Kombination mit cremigem Ziegenkäse entsteht ein würzig-frischer Kontrast, der an ein Frühlings-Picknick erinnert. Der Ziegenkäse schmilzt beim Backen nicht vollständig, sondern behält eine leicht körnige Textur und setzt weiße Flecken auf die goldgelbe Füllung – visuell und aromatisch ein Gewinn. Wer den Teig am Abend vorher vorbereitet, hat diese Quiche in noch kürzerer Zeit fertig. Es reicht, die Schürze anzulegen und den Ofen vorzuheizen.
| Vorbereitung | 15 Min. |
| Backzeit | 20 Min. |
| Portionen | 4 Personen |
| Schwierigkeit | Einfach |
| Kosten | €€ |
| Saison | Grüner Spargel, Frühlingskräuter, Ziegenkäse |
Geeignet für: Vegetarisch
Zutaten
Für den Teig
- 200 g Weizenmehl Type 405
- 100 g kalte Butter, in Würfel geschnitten
- 1 Prise Salz
- 3–4 EL eiskaltes Wasser
Für die Füllung
- 400 g grüner Spargel (frisch, Spitzen fest)
- 150 g Ziegenfrischkäse (mild oder mittelkräftig)
- 3 Eier (Größe M)
- 150 ml Sahne
- 50 ml Milch
- ½ TL Muskatnuss, frisch gerieben
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 EL Olivenöl
- ½ Bund frischer Schnittlauch, fein geschnitten
- 1 TL abgeriebene Zitronenschale (Bio)
Ustensilien
- Quiche-Form (Ø 26 cm) oder Springform
- Rührschüssel
- Schneebesen
- Backpapier und Hülsenfrüchte zum Blindbacken
- Gemüseschäler
- Pfanne (groß)
- Reibe (Muskat und Zitrone)
Zubereitung
1. Den Mürbeteig herstellen
Mehl, Salz und die kalten Butterwürfel in eine Schüssel geben. Mit den Fingerspitzen schnell zu einer krümeligen Masse sablieren – das bedeutet: Butter und Mehl zwischen den Fingern zerreiben, bis die Mischung aussieht wie feiner Sand, mit vereinzelten erbsengroßen Butterstücken. Diese kleinen Fettstücke sind entscheidend für eine blättrige, knusprige Textur. Das Eiswasser löffelweise zugeben und nur so lange kneten, bis der Teig gerade zusammenhält – kein intensives Kneten, sonst entwickelt das Gluten zu stark und der Boden wird zäh. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und 10 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
2. Den Ofen und die Form vorbereiten
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – Umluft wäre hier mit 185 °C ebenfalls möglich, trocknet die Füllung jedoch leicht aus. Die Quiche-Form leicht buttern. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche dünn ausrollen (ca. 3 mm stark), in die Form legen und einen gleichmäßigen Rand hochziehen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen – das nennt man Blindstechen – damit er beim Backen nicht aufgeht. Mit Backpapier auslegen, mit getrockneten Hülsenfrüchten beschweren und 8 Minuten blindbacken. Anschließend das Papier entfernen und weitere 2 Minuten ohne Gewicht backen, bis der Boden leicht blond aussieht und keine feuchten Stellen mehr zu sehen sind.
3. Den grünen Spargel vorbereiten
Beim grünen Spargel entfällt das vollständige Schälen: Lediglich das untere Drittel der Stangen, wo die Schale faser-fester wird, leicht schälen oder mit den Fingern abbrechen – der Spargel selbst zeigt die richtige Stelle, er bricht dort, wo er noch zart ist. Die Enden kappen. Die Stangen in Stücke von ca. 4 cm schneiden, die Spitzen ganz lassen. In einer heißen Pfanne mit einem Esslöffel Olivenöl bei starker Hitze 3–4 Minuten scharf anbraten, bis die Stücke an einzelnen Stellen karamellisieren und leicht rösten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das kurze Anbraten intensiviert das nussige Aroma des grünen Spargels erheblich – ein Schritt, der sich nicht überspringen lässt.
4. Den Guss anrühren
Eier, Sahne und Milch in einer Schüssel mit dem Schneebesen glatt verquirlen. Ziegenkäse hineinbröseln – nicht komplett einarbeiten, ein paar größere Stücke dürfen bleiben, sie bilden später cremige Inseln in der gestockten Füllung. Muskatnuss, Zitronenschale, Schnittlauch sowie Salz und Pfeffer zufügen. Der Guss sollte deutlich gewürzt sein, da die Sahne und der Teig viel Aroma aufnehmen. Kurz mit dem Schneebesen vermengen.
5. Quiche zusammensetzen und backen
Die angebratenen Spargelstücke gleichmäßig auf dem vorgebackenen Teigboden verteilen. Spitzen aufrecht oder leicht überlappend arrangieren – sie werden beim Backen knusprig und sehen auf dem fertigen Stück ansprechend aus. Den Guss langsam und gleichmäßig darübergießen, damit er sich zwischen den Spargelstücken verteilt. Die Form zurück in den Ofen schieben, die Temperatur auf 180 °C reduzieren. Nach 18–22 Minuten ist die Quiche fertig: Die Füllung sollte nicht mehr flüssig schwingen, wenn man die Form leicht bewegt, und die Oberfläche zeigt eine goldbraune Farbe mit leicht gebräunten Ziegenkäseinseln. Aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen, bevor sie angeschnitten wird – so fällt die Füllung nicht auseinander.
Mein Küchentipp
Grüner Spargel ist Ende April auf dem Markt oft noch dünn und zart – diese feinen Stangen brauchen beim Anbraten nur 2 Minuten und sollten in der Quiche eher bissfest bleiben. Dickere Stangen dagegen profitieren von einer zusätzlichen Minute in der Pfanne. Wer den Ziegenkäse kräftiger möchte, greift zu einem gereiften Ziegenkäse-Taler und zerkrümelt ihn grob – der Geschmack wird würziger, die Textur kontrastreicher. Ein paar Zitronenabrieb-Flocken direkt nach dem Backen über die fertige Quiche streuen, das hebt die Frühlings-Frische nochmals hervor.
Wein- und Getränkeempfehlung
Der Ziegenkäse bringt Säure und Mineralität, der grüne Spargel eine grün-nussige Note. Ein Wein mit ähnlichem Profil ist hier der beste Begleiter.
Ein Sauvignon Blanc aus dem Rheingau oder der Pfalz – frisch, mit feinen Stachelbeere- und Kräuteraromen – harmoniert direkt mit dem Spargel und schneidet die Cremigkeit des Gusses sauber. Als zugänglichere Alternative eignet sich ein trockener Grauburgunder (Pinot Gris) aus Baden. Wer keinen Alkohol trinkt: Ein Holunderblüten-Schorle mit einem Spritzer Zitrone greift die gleichen floralen Frühlingsaromen auf.
Mehr über dieses Gericht
Die Quiche stammt ursprünglich aus der Lothringer Küche – die klassische Quiche Lorraine mit Speck und Rahm ist ihr bekanntestes Format. Das Grundprinzip, eine herzhafte Eiercreme in einem Mürbeteig-Mantel zu backen, hat sich seit den 1970er Jahren in der gesamten deutschsprachigen Küche fest verankert. Die Spargelquiche ist dabei eine der typischen Frühjahrs-Interpretationen: Sie taucht auf, sobald der Spargel die Märkte erreicht, und verschwindet wieder, wenn die Saison endet.
Die Entscheidung für grünen statt weißen Spargel ist eine Frage des Aromas und des Aufwands. Weißer Spargel braucht vollständiges Schälen und eine längere Garzeit, sein Geschmack ist feiner und leicht bitter. Grüner Spargel dagegen entwickelt beim Anrösten eine nussige Tiefe, die mit dem Ziegenkäse eine kräftigere Partnerschaft eingeht. In der modernen Küche hat sich diese Version in den letzten Jahren als schnelle Alltagsquiche durchgesetzt – weniger aufwändig, aber aromatisch vollständig.
Nährwerte (pro Portion, Näherungswerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~420 kcal |
| Eiweiß | ~14 g |
| Kohlenhydrate | ~32 g |
| davon Zucker | ~3 g |
| Fett | ~26 g |
| Ballaststoffe | ~3 g |
Häufige Fragen
Kann man die Quiche im Voraus zubereiten?
Ja – der Teig lässt sich bis zu 24 Stunden im Voraus vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahrt. Die fertig gebackene Quiche kann man bis zu einem Tag vor dem Servieren backen und vor dem Essen bei 160 °C etwa 10 Minuten im Ofen aufwärmen. Die Füllung bleibt dabei stabil, der Boden wird beim Aufwärmen wieder knusprig.
Wie bewahrt man Reste auf?
Abgekühlte Reste in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren – hält sich bis zu 2 Tage. Zum Aufwärmen den Ofen bevorzugen statt der Mikrowelle: Bei 170 °C für 8–10 Minuten bleibt der Teig knusprig. In der Mikrowelle wird der Boden weich und zäh.
Welche Varianten und Ersatzzutaten sind möglich?
Wer keinen Ziegenkäse mag, kann auf Ricotta (milder, cremiger) oder Feta (salziger, fester) zurückgreifen. Im Frühsommer lässt sich der grüne Spargel teilweise durch Erbsen oder Zucchini-Scheiben ersetzen. Für eine glutenfreie Variante eignet sich ein Teig aus Mandelmehl und einem Ei – die Textur wird mürber und etwas kompakter. Wer die Quiche herzhafter möchte, fügt gewürfelten gekochten Schinken unter den Guss.
Warum den Teig blindbacken?
Das Blindbacken – also Vorbacken mit Beschwerung und ohne Füllung – sorgt dafür, dass der Boden durchgebacken und knusprig bleibt, auch wenn er später mit einer feuchten Eiercrème bedeckt wird. Ohne diesen Schritt bleibt der Boden oft roh und feucht. Es reichen bereits 8–10 Minuten, um das Ergebnis deutlich zu verbessern.
Kann man die Quiche einfrieren?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen: Die Füllung verliert nach dem Einfrieren und Auftauen etwas an Cremigkeit, der Teig kann leicht durchweichen. Wer einfrieren möchte, schneidet die Quiche in Stücke, friert sie einzeln ein und wärmt sie direkt aus dem Gefrierfach bei 180 °C für 15 Minuten auf – ohne vorheriges Auftauen.



